Funkenflug Vol. 13
Am 14.10.2011, diesmal wieder wie gewohnt an einem Freitag Abend, findet die nun mittlerweile 13. Ausgabe, des an der schönen Saale „Metropole“ gelegenen Funkenfluges in dem Soziokulturellen Zentrum Saalgärten-Rudolstadt statt.
Eine feine Auswahl an Internationalen und Regionalen Acts steht wieder auf der Liste und wird diesen Abend wieder zu etwas ganz besonderen werden lassen. Da wäre als erstes der Heidelberger Move D mit bürgerlichen Namen David Moufang, der auch als absoluter und vielleicht bester Deep House geheim Tipp in Deutschland gehandelt wird. Er Veröffentlichte bereits 1992 die ’Earth to Infinity’ CD unter dem Projekt Deep Space Network (D. Moufang und J. Grossmann) auf Source Records.
Aktuell wird seine „Workshop 13“ auf Hardwax erschienen, wie Gold gehandelt und man erkennt sofort die Ausgereiftheit, Erfahrung und die Tiefe seiner Produktionen. Wir sind spitz wie Nachbars Lumpie auf diesen Abend und freuen uns mit EUCH so einen Act begrüßen zu dürfen.
Die weiteren Acts sind, der aus Schwarzenberg stammende Wahlberliner Steve Lischinsky der schon einige schöne Releases auf Mimique zu verbuchen hat und auch schon im Club Zooma Plauen spielte. Mit seinem sehr ausgereiften Musikgeschmack und Sets schafft er es immer wieder sein Publikum zu begeistern. Das Warm up des Abends übernimmt diesmal Funkenflug Resident Falk Dobermann.
Die letzten, aber nicht unauffälligsten Gäste, sind die zwei Wolke Artists und Quintenzirkel Protagonisten Markus Schäfer und Herbert Baumgarten, die im Norden Thüringens, für ausgereifte Bookings und exzellenten Musikgeschmack berüchtigt sind. Sie sind unter anderem Mitbetreiber des schönen und mit viel Liebe gestalteten Quintenzirkel Open Airs bei Nordhausen. Sie werden im Foyer mit der Heimat, Marcel Eska, Thomas Stieler und Tino Neuwirth, für einen entspannten Plausch an der Bar, aber auch für schönes, geschmeidiges, ungezwungenes Tanzen und Knutschen im Foyer verantwortlich gemacht.
In diesem Sinne, let Yourself go!
Line up:
Move D [Source Records, Smallville, Heidelberg, Hamburg]
Steve Lischinsky [Mimique Records, Beatcase Booking, Berlin]
Falk Dobermann [Funkenflug, tactarea, Rudolstadt]Cafè Uferlos:
Markus Schäfer [Quintenzirkel, Wolke, Sondershausen]
Herbert Baumgarten [Quintenzirkel, Wolke, Erfurt]
Marcel Eska [Depth Grooves, tactarea, Rudolstadt]
Thomas Stieler [Legotek, Polynom, tactarea, Saalfeld]
Tino Neuwirth [tactarea, Rudolstadt]
Location: Soziokulturelles Jugendzentrum Saalgärten
Date:Fr.14.10.2011
Start: 22.00 Uhr
Geld: 6€, 8€
Adresse: Saalgärten 1b, 07407 Rudolstadt
Websites:
http://www.facebook.com/event.php?eid=247348805306704
http://www.tactarea.de/
http://www.saalgaerten.de/
MehrPlaylist: Lovely Acoustic
Neue Woche! Neue Playlist! Diesmal eine feine Auswahl akustischer Klänge. Einfach zurücklehnen und genießen! Der perfekte Sound vor dem Schlafengehen oder für traute Zweisamkeit!
The Rapture – In The Grace Of Your Love Plattenkritik
Nunmehr drei Wochen nach Erscheinung wird es endlich Zeit, dass ich auch meinen Senf zum dritten The Rapture Album gebe. Vor einigen Wochen bereits hatte sich die Single „How Deep Is Your Love“ in meinen Plattenkoffer geschlichen und seither einige Einsätze auf dem Dancefloor erlebt.
Da lag es nahe, sich auch auf das angekündigte Album der Jungs aus New York zu freuen. Außerdem verhieß eine Veröffentlichung auf DFA Records bereits im Vorfeld nur Gutes. Das Label hatte sich spätestens in diesem Jahr einen festen Stammplatz in meinem Herzen erspielt. Die Alben von Holy Ghost, Planningtorock und YACHT sowie Singles von Benoit & Sergio und The Crystal Ark gehören zu den Highlights des musikalischen Jahres 2011. The Rapture sind also in guter Gesellschaft. Eigentlich betreten sie auch gar kein Neuland, denn bereits vor 8 Jahren bestritten sie ihr Debüt auf DFA. Damals revolutionierten sie Postpunk und schenkten der Szene ihre erste große Hymne “House Of Jealous Lovers“. Aber diese Zeiten sind verdammt lang her und man will sich auch nicht an die Vergangenheit klammern. In der Zwischenzeit hat sich Einiges in der Band getan. Man schrumpfte vom Quartett zum Trio, denn die Differenzen bei den Aufnahmen zum neuen Album waren einfach zu groß geworden. Die Suche nach dem neuen Stil kostete ein Bandmitglied, aber die drei verbleibenden haben eine überzeugende Mischung aus Indie-Discopop-Rave-Hymnen geschaffen.
Sail Away zeigt vom ersten Akkord an, wohin die musikalische Reise gehen soll. Flächige Synthesizer Sounds, dazu etwas Gitarre und ein auf Dancefloor getrimmtes Schlagzeug. Das alles glasklar abgemischt und auf das Wesentliche reduziert. Dennoch ist der Song emotional bis in die Spitzen geladen. Eine wirkliche Songstruktur ist dabei nicht vorhanden. Muss sie aber auch nicht, denn dieser Opener macht auch so alles richtig. Dieses Sail Away hat übrigens nichts mit dem Jingle hinter dem bekannten Segelschiff aus der Becks Werbung zu tun
Als Überleitung folgt nun eine kleine Saxophon Improvisation, die sich fast nahtlos zum nächsten Song weiterentwickelt.
Mit Miss You rückt dann erstmals der Gesang in den Vordergrund. Der kann auf ganzer Linie überzeugen. Dazu noch eine einprägsame Synthi Hook und ordentlich Bassunterstützung aus der Gitarre. Fertig ist ein solider Song, mit dem ich aber trotzdem nicht so richtig warm werde.
Jetzt wird’s das erste Mal „Indie“. Blue Bird bringt die volle Ladung Gitarrensound und Vocal auf Tonlagen a la MGMT. Weiß auf jeden Fall zu überzeugen und ist vom Arrangement her vielseitig, da sich musikalisch recht unterschiedliche Parts abwechseln, um sich dann in einem großartigen Finish zu entladen. Den Vocal-Fetzen „I See You On The Other Side“ gibt es immer wieder auf Repeat bis die letzten Akkorde auf der effektverzerrten Gitarre verklingt.
Danach ist rapider Stilwechsel angesagt. Die Dancefloor Polka Come Back To Me pumpt die Bässe aufs Feinste aus den Boxen. Die folkloreartige Instrumentierung trägt ihr Übriges zur Stimmung bei. Dieses Lied ist gute Laune pur und gehört zu den besten Stücken des Albums. Auch weil es einen anderen Ansatz verfolgt als der Rest der Songs. Eine Ernüchterung bleibt jedoch. Zur Mitte hin gibt es einen unerwarteten Break, der einen stilistisch total anderen B-Teil einleitet. Bis auf die Bassdrum und den Gesang wird alles über den Haufen geworfen. Kommt unverhofft aber leider auch wenig überzeugend. Deshalb am besten am Break die Skip Taste betätigen und wunschlos glücklich sein!
Direkt im Anschluss wartet der titelgebende Song In The Grace Of Your Love auf den Hörer. Dieser nimmt in erster Linie das Tempo aus dem doch bis jetzt sehr schwungvollen Album. Wieder wird viel Wert auf Gesang gelegt. Die Synthesizer werden Richtung Orgel getrimmt. Dazu gibt’s Bass aus der Gitarre. Der Song erinnert mich vom Stil her etwas an klassische House Musik, nur der Rhythmus geht nicht ganz konform. Allerdings bin ich nicht so recht überzeugt. Wenn ich einen schlechtesten Song des Albums auswählen müsste, dann wäre es wohl dieser.
Es geht smooth weiter mit Never Die Again. Die Instrumentierung ist klassisch Indie Band. Der Song kommt extrem cool ums Eck gegrooved, die Hook wird von Blechbläsern untermalt. Ein guter Song, den aber das letzte Fünkchen Ideenreichtum und Eingängigkeit fehlt. Schade, da wäre noch mehr drin gewesen!
Und wir bleiben weiterhin in Mittelmäßigkeit stecken. Roller Coaster startet mit einem verheißungsvollen Gitarrenriff, verkommt dann aber schnell zum belanglosen Singalong mit Kinderlied Charakter. Jetzt muss es doch aber langsam wieder besser werden oder?!
Tatsächlich, der erlösende Paukenschlag! Children ist eine Indie Hymne wie sie im Buche steht. Hier passt einfach alles. Von den rotzigen Gitarren über die flächigen Synths bis zum Gesang. Dieser Song hat definitiv Hit- bzw. Lieblingsliedcharakter. Das entschädigt auf jeden Fall für die kurze Durstrecke der letzten Songs.
Haben The Rapture nun ihren Weg gefunden? Das wissen sie wohl selbst nicht, dass beweist auch der Titel des nächsten Stücks Can You Find A Way?. Leider sinkt das Niveau jetzt wieder merklich. Liegt aber auch daran, weil es schlicht schwer ist, an einen Song wie Children anzuknüpfen. Wie so oft auf diesem Album ist wieder keine eindeutige Struktur zu erkennen. Man meidet bewusst den klassischen Song Aufbau und konzentriert sich eher auf ein Thema, welches kontinuierlich entwickelt wird. Weder Gut, noch Schlecht, noch von Großen Wert für die Ewigkeit.
Noch ist aber nichts verloren, denn endlich steht das Highlight des Albums ins Haus. Wie bereits in der Einleitung angekündigt, wurde How Deep Is Your Love? im Vorfeld als Single ausgekoppelt. Zurecht! Wie man ohne Zweifel sagen kann. Der Song macht definitiv alles richtig. Piano, fette Drums, Housevocals und krachender Synthesizer. Dazu diese Melodie, die einfach direkt ins Ohr geht. Ganz großes Tennis! Dieses Lied sollte man am besten selbst hören, denn geschriebene Worte beschreiben die Energie des Songs niemals in vollem Maße.
Nach voller Ladung Dancefloor wartet nun noch ein richtig chilliges Closing auf den Hörer. It Takes Time To Be A Man kommt sau cool mit Piano und Gitarre daher und lädt zum Schmusen auf der Tanzfläche ein. Irgendwie geiler Song, um mit Sonnenbrille auf der Nase im Citroen C2 mit Ellenbogen aus dem Fenster am Nollendorfplatz zu cruisen
Es ist also doch nochmal alles glimpflich gelaufen. Nach eher schwachem Mittelteil, kann das Album nach super Eröffnung auch im Abgang viele Punkte sammeln. Eine uneingeschränkte Empfehlung kann ich leider nicht geben, so gerne ich das auch tun würde. Jeder muss selbst entscheiden, ob er mit dem Album warm wird oder sich lieber die 3-4 richtigen Kracher einzeln als mp3 kauft. Ich bereue es auf jeden Fall in keiner Sekunde und freu mich schon auf viele coole Partys mit The Rapture auf dem Tanzflur. Bestimmt wird uns auch noch eine Flut an Remixen mit allerhand tanzbaren Interpretationen beglücken.
7/10 Punkte
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