So wars bei Okta Logue im MUZ Club Nürnberg

Gepostet von am April 10, 2012 in Featured Articles, Konzerte | Keine Kommentare

So wars bei Okta Logue im MUZ Club Nürnberg

Bereits am 04.04.2012 besuchten Okta Logue aus Darmstadt den MUZ Club in Nürnberg-Gostenhof. Deshalb gibt’s gleich ein dickes Sorry an dieser Stelle, denn die Osterfeiertage haben mich an einer kleinen Review gehindert. Aber nun hau ich endlich in die Tasten!

Es gibt nicht viele deutsche Städtenamen, die einen so abtörnen wie „Darmstadt“. Mit dieser schweren Last auf dem Rücken ist die Stadt auch nicht gerade bekannt dafür, gute Bands hervor zu bringen. An dieser Stelle greifen Okta Logue ins Geschehen ein und polieren das Image der Stadt, die heißt wie ein Teil des Verdauungstraktes, gehörig auf.

Wie kommt man eigentlich dazu ein Okta Logue Konzert zu besuchen? Allerhöchstens Insider und Liebhaber nostalgischer Gitarrenmusik à la Jimi Hendrix oder den Eagles werden vielleicht schon einmal über Okta Logue gestolpert sein. Zu dieser Gruppe von Musiknerds kann ich mich nun beim besten Willen nicht zählen. Bei mir war, wie so oft, eine gehörige Portion Zufall im Spiel. Als Sympathisant für die Kölner c/o Pop bin ich beim Schmökern  des Line-up über die Band gestolpert und habe mich sofort in den Clip zum Song „Bright Lights“ verliebt. Was da gezeigt wurde sah überhaupt nicht nach einer deutschen Band aus. Nach mehrmaligem Hören begeisterte  mich die Musik immer mehr und ich begann etwas zu recherchieren und Youtube zu durchforsten. Als ich die Tourdaten sah war klar, dass der MUZ Club einmal mehr eine wirkliche Perle an den Start gebracht hatte. Also war ich natürlich dabei.

Rein optisch machte die Band schon einmal einen super Eindruck. Da war von 70er retro Attitüde bis zu Dreadlocks alles dabei. So vielseitig wie das Erscheinungsbild ist auch die Musik der vierköpfigen Band.  Alles wirkt irgendwie vertraut. Man könnte (wie anfangs versucht) viele Referenzen aufzählen, die den Sound der Band wohl beeinflusst haben. Aber viel beeindruckender ist, wie diese Musik auch heute noch funktioniert. Das wie immer zurückhaltende Nürnberger Publikum war aber sofort begeistert und trotz der wenigen Anwesenden wurde nach jedem Song gejubelt und applaudiert. Ich kannte die meisten Stücke noch nicht. Doch gerade dann ist es meist am schönsten. Wenn es eine Band schafft, einen von der ersten Minute an mit zu reißen. Eine nette Interaktion mit den Konzertbesuchern trägt da auch immer einen gehörigen Teil zur Stimmung bei.

Der Klang der guten alten Orgel, die etwas psychedelische Gitarre, eine Trompete – all das haben einen vergessen lassen, dass man sich im 21. Jahrhundert befindet. Was da abgeliefert wird ist der perfekte Soundtrack für einen Sonnenuntergang mit Freunden im Grünen. Für mich war klar: Diese Band hat meine volle Aufmerksamkeit verdient. Deshalb hab ich mir natürlich gleich die Vinyl des letzten Albums „Ballads of a Burden“ am Merchandise Stand gekauft.

Zum Brückenfestival in Nürnberg werden Okta Logue wieder zu Gast sein. Dort werden sie hoffentlich auch das weitaus größere Publikum begeistern können. Im schönen Pegnitzgrund passt schließlich auch die Location zu den in mir geweckten Emotionen.

Ganz große Klasse, was da aus Darmstadt kommt!

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