The Temper Trap – The Temper Trap

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Es gibt Lieder, die berühren einen. Diese Lieder brennen sich ganz tief ins Gedächtnis und schaffen das, was Popmusik viel zu selten schafft. Sie sind zeitlos und bleiben einfach immer hörbar. Nicht viele Bands können solch einen Song auf ihrem Konto verbuchen. Aber The Temper Trap ist mit Sweet Disposition im Jahr 2009 genau solch ein Hit gelungen.

Seitdem hat sich Einiges getan. Das Debüt Album „Conditions“ brachte der Band aus Australien überschwängliches Lob von Kritikern und Fans und sicherte ihnen große Festival Gigs mit mehr als 20.000 Besuchern. Mit dem Erfolg einher ging der Umzug nach London. Eine schier endlose Tour lastete alle Beteiligten bis Anfang 2011 voll aus. Natürlich blieb auch in Deutschland der Erfolg nicht aus, und so stürzten sich große Marken wie Deichmann und Peugeot auf  die eingängigen Sounds der Band, um ihre Werbung musikalisch auf Hochglanz zu polieren.

Nach zwei Jahren Tour wollte man sich eigentlich erst eine Pause gönnen. Aber nach wenigen Wochen plagte die Langeweile die Band bereits wieder so heftig, dass man sich gleich zu neuen Sessions versammelte, um das neue Album an den Start zu bringen. Mit genau diesem sind The Temper Trap nun auch endlich zurück.

Benannt  ist das zweite Werk der Band rund um Frontmann Dougy Mandagi ganz schlicht nach dem Bandnamen. Das war’s dann aber auch schon mit „schlicht“. Denn der Sound von The Temper Trap war bereits auf der ersten Platte ein Indie – Pop Gewitter und stach aus der breiten Masse heraus. Dieses Mal ist sogar noch einiges mehr an Synthi-Power dabei, denn Tour Keyboarder Joseph Greer wurde als vollwertiges Mitglied in die Band aufgenommen. Klar, dass dadurch wieder Pop-Hymnen vom Allerfeinsten vertreten sind. Aber auch die Melancholie kommt nicht zu kurz. Im Tourstress ging Dougys Beziehung in die Brüche. Die Trennung lieferte Stoff für fünf Songs des Albums und macht somit das Komplettpaket perfekt. Da dürfte für fast jeden etwas dabei sein!

Es sei aber auch erwähnt, dass der „Über-Hit“ dieses Mal fehlt. Aber das stört nicht weiter, denn die meisten der Songs brauchen sich wirklich nicht zu verstecken. Need Your Love eröffnet die Platte bereits gebührend und zeigt, in welche Pop-Sphären die Songs gefeuert werden. Für das ganze Album gilt wohl der Fakt, dass es mit mehrmaligem Hören immer besser wird. Die Songs müssen sich erst im Ohr des Hörers entwickeln. Einzige Ausnahme ist London’s Burning. Der bleibt nämlich sofort kleben und geht Glam-Rock mäßig durch die Decke. Der Text hingegen spricht eine ganz andere Sprache und entstand nach den Krawallen in den Straßen von London im vergangenen Jahr. Der so erzeugte Kontrast macht den Titel zu etwas Besonderem und zugleich zu meinem Lieblingsstück auf dem Album.

Trembling Hands geht dann erstmals in die eingangs erwähnte melancholische Richtung. Aber auch hier ist der große Pop Moment immer am mitklingen und beflügelt den Song auf ein ganz hohes Niveau. Abseits von großen Dancefloor Stampfern und Pop-Balladen gibt es auch noch Titel wie Miracle. Der macht durch seine besondere Reduziertheit auf sich aufmerksam und lenkt das Ohr des Zuhörers gekonnt auf die charismatische und extrem einprägsame Stimme von Dougy Mandagi. In Where Do We Go From Here kommt eine ordentliche Portion 80er Flair auf. Die eingängige Keyboard Melodie, gepaart mit dem Gesang, wecken in mir Erinnerungen an die Helden von OMD. Auch der Titel Dreams zielt in diese Richtung und kommt obendrein noch mit einer catchy Hook ums Eck. Dabei ist die Instrumentierung weitaus zurückhaltender als noch zuvor. Einzig und allein mit Rabbit Hole werde ich nicht richtig warm. Die Tonhöhe der Vocals gleitet im Bon Iver Stil in fast schon nervige Höhen ab. Immerhin gibt’s gegen Ende noch fetten Gitarrensound auf die Ohren.

Den Schlusspunkt setzt der Dubstep inspirierte Song Leaving The Heartbreak Hotel. Damit gelingt es The Temper Trap ein auf weiten Strecken sehr gutes Album zu einem grandiosen Ende zu führen.

Die Ziele der Band waren groß. Ein ganz großes Album sollte es werden. Und sie haben wahrhaft ihr Bestes gegeben. Sicher kann man mosern und sagen „da fehlen mir die wirklichen Kracher“, aber Eines muss man The Temper Trap sehr hoch anrechnen: sie haben Neue Wege eingeschlagen und ein sehr abwechslungsreiches Werk geschaffen, welches den Namen Album wirklich verdient hat!

7/10 Punkte

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