WiMP – Der neue Star am Streaming Himmel?

Gepostet von am Juni 6, 2012 in Allgemein, Featured Articles | Keine Kommentare

WiMP – Der neue Star am Streaming Himmel?

Der Open Source User hat sein GIMP, dem Warcraft Nerd dürfte der Imp ein Begriff sein, Radiohead Fans diskutieren über King of Limbs und nun gibt es für den musikverliebten Digital Native ein neues Spielzeug im Imp…erium. Nun aber genug der schlechten Wortspiele, denn wir widmen uns im folgenden Beitrag einem neuen Stern am weiten Himmel der Musik Streaming Plattformen – WiMP.

Die Neuigkeiten

Wie Pilze schossen sie in den Vergangen Jahren aus dem Boden und versuchten den Musikmarkt zu revolutionieren. Streaming Dienste wie Spotify, Simfy, Napster, Deezer, Rdio und Juke erfreuen sich großer Beliebtheit und sind gerade dabei, die Hörgewohnheiten von Musikfans gründlich zu verändern. In Zukunft könnte Musik weniger als Kulturgut zählen, sondern eher konsumiert werden, wie eine Zigarette. Ob das nun gut oder schlecht ist sei in diesem Beitrag dahin gestellt. Fakt ist, dass diese Dienste uns eine enorme Bandbreite an Musik bereitstellen, dabei unseren Geldbeutel schonen und nahezu überall zugänglich sind.
WiMP schickt sich nun an, im Big Business mit zu mischen und schlägt sich zum Start der Beta Phase wirklich sehr wacker.

Zunächst ein kleiner technischer Exkurs:
WiMP basiert auf Adobes Air Framework. Diese Technik existiert seit mehreren Jahren, fristet aber noch immer ein Nischendasein. Zum Vergleich sei zum Beispiel der Beatport Downloader genannt, der auf die selbe Technologie aufsetzt. Vorteil der ganzen Sache ist, dass Air Anwendungen sowohl auf Windows, als auch auf Macintosh Rechnern lauffähig sind. Das spart auch eine Menge Aufwand in der Entwicklung und Wartung. Wenn das Air Framework einmal installiert ist, lassen sich weitere Air Anwendungen sehr schnell und einfach auf dem Rechner installieren.
Auch im mobilen Markt hat man eine passende Lösung parat. Nicht nur iPad und iPhone User dürfen sich über sehr schön gestaltete Apps freuen. Auch Android, Symbian und Windows Phone 7 Benutzer kommen in den Genuss einer mobilen WiMP App. Vorausgesetzt sie investieren etwas Geld in das Monatsabo. Doch dazu später mehr.
Ich habe während meiner Testphase WiMP auf meinem iPhone und Macbook benutzt. Alle Eindrücke basieren also auf diesen beiden Plattformen.

Look&Feel:
WiMP kommt sehr elegant und dezent daher. Alles ist in silbergrau und weiß gehalten. In Sachen Bildschirmaufteilung geht man bekannte Wege. Links gibt’s die eigenen Playlisten, Genres, Alben, Favoriten, Neuheiten und Freunde (siehe Absatz Social Media) zu sehen. Der Content in der Mitte nimmt den Großteil des Platzes ein und zeigt je nach Menü in dem man sich befindet z.B. Informationen zum gewählten Album, Inhalte von Playlisten oder News und Empfehlungen. Ein in meinen Augen besonders cooles Feature ist die direkte Integration von diversen Musik Kritik Plattformen wie laut.de, plattetests.de, popscore und und und. So hat man immer gleich im Blick, wie die Fachpresse über ein neues Album urteilt. Außerdem gibt es Informationen zu den Künstlern selbst und natürlich auch zum jeweiligen Album.
Am unteren Bildschirmrand ist die eigentliche Musik Player Steuerung untergebracht. Zu der muss ja wohl heutzutage nicht mehr viel gesagt werden.

Album Ansicht
Album Ansicht

Das ganze ist geschmeidig animiert und flutscht sehr zügig über den Monitor. Etwas nervig ist mir nur das vertikale Scrollverhalten in Listen aufgefallen. Denn diese bewegen sich nicht stufenlos, wie man das ja mittlerweile gewohnt ist, sondern können immer nur um ganze Einträge verschoben werden. Man gewöhnt sich zwar dran, aber das sollte schon noch ausgebessert werden.

Auf dem iPhone gibt’s ebenfalls nichts zu meckern. Es stehen alle Funktionen der Desktop Version zu Verfügung. Playlisten werden sofort synchronisiert und es gibt natürlich auch die Möglichkeit, Musik offline verfügbar zu machen. Man muss ja schließlich nicht immer sein Mobilfunk Volumen belasten oder hat auch nicht immer Empfang. Ansonsten läuft alles genau so ab, wie man es von einer iOS App gewohnt ist. Wer den iPod bedienen kann oder sich schonmal mit Spotify und Co beschäftigt hat, der wird sich auch in WiMP sofort heimisch fühlen. Egal auf welcher Plattform.

Allen Benutzern eines Hi-Fi Gerätes von Sonos sei gesagt, dass für ausgewählte Geräte bereits WiMP Unterstützung geboten wird. So steht dem Stream auf die heimische Stereoanlage nichts mehr im Weg. Ich persönlich als Nutzer einer Logitech Squeezebox muss mich aber noch etwas gedulden. Da hat im Moment noch Spotify die Nase vorne. Das dürfte aber nur noch eine Frage der Zeit sein.

persönliche Favoriten

Die Musik
Nun kommen wir aber endlich zum wichtigsten Teil eines Musik Streaming Dienstes, natürlich der Musik. Für einen so jungen Dienst wie WiMP ist die Auswahl schon wirklich beachtlich. WiMP ist besonders auf den deutschen Markt zugeschnitten. Das merkt man auch sofort an der Musikauswahl. Es gibt kaum Europäische Künstler, die nicht ihren Platz im Portfolio gefunden haben. Noch dazu werden die Inhalte immer wieder sehr schön redaktionell aufgearbeitet. Regelmäßig erscheinen Playlisten zu bestimmten Künstlern oder Bands (Santigold, Lana del Rey,…), Festivals, Labels, speziellen Themen oder einfach nur die Neuheiten der Woche. Da ist ohne große Suche garantiert für jeden Geschmack etwas dabei. Und das Beste: Es gibt keine nervige Werbung! Gestreamt wird mit variabler Bitrate in zwei Qualitätsstufen. Bei der höchsten werden maximal 320kbit/s erreicht. Damit begibt man sich auf das gleiche Niveau wie die Konkurrenz. Das alles hat auch schon die Fachpresse bemerkt und WiMP bei den Londoner Meffy Awards zum besten Musikdienst gewählt.

Social Media

Social Media
Welcher Dienst kommt heute noch ohne die obligatorische Anbindung zu Facebook aus? Eben, keiner!
WiMP bringt auch eine Schnittstelle zu Facebook mit. Diese erlaubt es, Alben oder Songs mit den Freunden zu teilen. Freunde werden automatisch in der Kontaktliste gesucht. Weiterhin kann man sehen, welche Künstler oder Alben von Freunden bevorzugt gehört werden. Die Integration geht aber bei Weitem nicht so tief wie beispielsweise in Spotify. Auf der eigenen Timeline kann also nicht nachvollzogen werden, wann welcher Song gehört wurde. Eventuell wird dieses Feature ja auch noch nachgeliefert. Last.fm ist natürlich auch mit an Bord, damit auch fleißig gescrobbelt werden kann.
Die Social Media Funktionen erscheinen noch etwas rudimentär. Das wird dem eine oder anderen Nutzer aber durchaus gefallen, denn nicht jeder will sein Hörverhalten mit der ganzen Welt teilen.

Abos und Preise
WiMP bietet euch die Möglichkeit einer 30 Tage Testversion mit uneingeschränkter Nutzung. Ihr könnt den gesamten Musikvorrat gratis anhören. In diesem Zeitraum steht euch WiMP auch auf eurem mobilen Gerät zu Verfügung und ihr könnt die Offline Funktion nutzen.

Nach dieser Zeit habt ihr zwei Möglichkeiten:

WiMP PREMIUM
Für 9,99 € pro Monat könnt ihr euch so viel Musik anhören, wie ihr möchtet – sowohl auf dem PC/MAC, als auch auf dem Smartphone, iPad usw. Es gibt keine Mindestlaufzeit. Das Abo kann jederzeit zum Ende des bereits bezahlten Zeitraums gekündigt werden.
WiMP BASIC
Für 4,99 € pro Monat könnt ihr euch so viel Musik anhören, wie ihr möchtet, habt aber nicht die Möglichkeit mobil auf eure Songs und Playlisten zuzugreifen. Es gibt keine Mindestlaufzeit. Das Abo kann jederzeit zum Ende des bereits bezahlten Zeitraums gekündigt werden.

Fazit
WiMP hat es mir von Anfang an angetan!
Sofern noch nicht geschehen, sollte man unbedingt einen Blick auf den Dienst werfen. Falls ihr noch kein Abo bei einem anderen Streamingangebot abgeschlossen habt, bietet WiMP mindestens die gleiche Qualität bei identischem Preis. Wer eine aufgeräumte Oberfläche mit leichter Bedienung schätzt, der wird sich sofort heimisch fühlen. Social Media ist bis zu einem gewissen Punkt auch integriert, nervt aber zu keiner Zeit. Lediglich Apps fehlen bisher (wie z.B. die Intro oder Festivalguide App in Spotify). Dafür gibt es in regelmäßigen, kurzen Abständen schöne redaktionell aufgearbeitet Zusatzinhalte.
Die Streams laufen sehr zuverlässig und haben bei mir noch nie abgebrochen. Auch die Anwendung selbst stürzte trotz Beta Phase nicht ab. Das gilt auch für die iOS Version.
Bisher kam es selten vor, dass von Anfang an alles so Rund lief bei einem Newcomer Projekt wie WiMP. Dafür gibt’s von mir großes Lob und auch eine uneingeschränkte Empfehlung. Testen tut auf jeden Fall nicht weh! Bei Streaming Diensten geht es besonders nach dem persönlichem Geschmack. Also schaut euch ein paar von ihnen an und entscheidet dann.

EDIT – 18.06.2012: Ab sofort ist WiMP auch für die Squeezebox von Logitech erhältlich. Noch ein Pluspunkt auf der Haben Seite!

weitere Infos findet ihr unter www.wimp.de

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