Lightning Dust – Fantasy

Gepostet von am Juni 24, 2013 in Featured Articles, Plattenkritiken | Keine Kommentare

Lightning Dust – Fantasy

Ein Blick in die Wikipedia kann durchaus Verwirrung stiften. Lightning Dust bekommen dort den Stempel „Indie Rock“ aufgedrückt. Aber auf ihrem nunmehr dritten Album „Fantasy“ ist von diesem Prädikat nicht mehr viel übrig geblieben.

 

 

 

 

 

Ganze drei Langspieler auf dem Konto zu haben ist schon eine amtliche Leistung. Wenn man nebenbei auch noch in einer anderen Band spielt, dann verdient man wirklich Anerkennung. Amber Webber und Josh Wells aus Kanada haben genug kreativen Output, um neben ihrem eigentlichen Hauptprojekt Black Mountain auch noch unter dem Namen Lightning Dust in‘s Studio zu gehen.

Was einst mit Folk-Indie-Pop-Rock begann, wird in Form von Fantasy in ganz neue Sphären geschossen. Denn bei Fantasy ist der Name Programm. Wenn man nach Schlagwörtern für die Platte suchen müsste, dann würden zwei ganz besonders gut passen: Elektronisch & Minimal.

Ganz klassisch sind die Beats auf der guten alten MPC 2000 entstanden. Dadurch fliegt schon mal alles über Bord, was unnötigen Ballast darstellt. Der entstandene Raum wird durch wunderschöne Synthesizer gefüllt, die so klingen, als ob sie direkt aus den 80er Jahren herüber geschwebt kommen.

Das sind also die Zutaten für eines der wohl spannendsten Synth-Pop Alben des Jahres. Die erste Single „Diamond“ eröffnet die Scheibe in moderner R&B Manier und kommt sphärisch, hypnotisierend im Ohr an. Der Kopf kann sich gar nicht so recht entscheiden -  Ist das, was man da gerade hört schon 30 Jahre alt oder der heiße Scheiß von Morgen?  Wahrscheinlich ist es eine Mischung aus beidem. „Reckless And Wild“ ist instrumental gesehen das genaue Gegenteil von dem, was der Titel impliziert. Nämlich eine wunderschöne Pop Hymne durch und durch.
Der Song „Fire Me Up“  ist ein Hybrid aus dem Meisterwerk „Der Mussolini“ von DAF und dem typischen Kraftwerk Sound. Gleich im Anschluss packt „Loaded Gun“ die volle Synth-Arpeggio-Keule aus und knüpft an den Kavinsky und Chromatics typischen Stil an, wie er den Soundtrack zum Film Drive geprägt hat. Der Song ist definitiv mein persönliches Schmankerl auf dem Album.
Zum Abschluss lädt „Never Again“ noch einmal zum Schweben und Träumen ein.

Alles in Allem bin ich begeistert von diesem Album. Mit Vielem hab ich gerechnet, aber nicht mit solch einer großartigen Platte. Was man hier zu hören bekommt ist quasi Drive V2.0, reduzierte, schnörkellose und gleichzeitig emotionale Popmusik vom Feinsten.
Herr Moroder würde sagen: „The sound of the future!“.

 

P.S. Den Song Diamond könnt ihr hier gratis herunterladen.

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