Prostitution am Wohnungsmarkt

Gepostet von am Juni 2, 2013 in Allgemein | 4 Kommentare

Prostitution am Wohnungsmarkt

Diesen Sommer verlasse ich schweren Herzens meine geliebte Heimat. Ich dachte mir „…was der Tobi kann…“
Da es deutschlandweit fast keine weitere Entfernung gibt, fiel die Wahl auf Hamburg. Ich bin ja mal gespannt. Keine Berge und kein Helles…

 

 

 

 

Wie dem auch sei. Zur Zeit bin ich auf der Suche nach einem WG-Zimmer. Es streichen zwar noch ein paar Tage ins Land bis es wirklich los geht, aber so ein bisschen Umschauen hat ja noch keinem geschadet. Also habe ich nach der erfolglosen Recherche auf wg-gesucht.de eine mir bisher unbekannte Plattform entdeckt. Das Ganze nennt sich easywg.de und bietet Suchenden die Möglichkeit ein Profil anzulegen um von potentiellen Vermietern angeschrieben zu werden. Es wird empfohlen eine Art Profilbild einzufügen um die Anzahl der Kontakte zu erhöhen. Ja, eigentlich hätten bei mir hier schon die Alarmglocken läuten müssen. Aber nein, was tut man nicht alles um ein viel zu teures WG-Zimmer in guter Lage zu finden. Zur Genüge wurde ich von Freunden und Bekannten auf die katastrophale Wohnungsmarktsituation in Hamburg hingewiesen. Also gut…Profilbild hinzugefügt. Als ich so ein paar Angebote durchsah, die mir aufgrund meiner Angaben vorgeschlagen wurden, stieß ich zum ersten Mal auf eine Wohnung, die mein Interesse weckte. 1A Lage, bezahlbar und mit Panoramablick auf den Kanal. Merkt ihr was? Ich hab’s nicht gemerkt… Auch die ersten Zeilen der Anzeige „Ich suche Traum-Mitbewohnerin“ stimmten mich anscheinend nicht unruhig, woraufhin ich den ominösen Typ anschrieb.

Ein paar Tage später klingelte mein Telefon. „Hallo hier ist der André von easywg.“ Oh Gott, nicht wirklich. Woher hat der meine Nummer? Ach shit, die hab ich zu allem Übel auch noch angegeben. Aber mit dem Wissen, dass die nicht veröffentlicht wird…dumm, ich weiß.
Zunächst hörte sich alles nach einem ganz normalen Gespräch an, wie es der ein oder andere von wg-gesucht kennt. Doch dann fing er an komische Fragen zu stellen: „Sag mal, wie groß bist du eigentlich?“ oder „Bist du Raucherin“. Die zweite Frage scheint legitim. Wenn man jemanden bei sich einziehen lässt, möchte man wissen ob der einem die ganze Bude vollqualmt. Doch er meinte: „Man muss ja wissen auf was man sich einlässt, und außerdem kann man eine Frau nicht allein rauchen lassen. Sonst schmeckt der Kuss nicht.“ WAS? Ich dachte hier geht’s um eine Zimmervermietung. Naja auf jeden Fall musste ich bei der Frage nach meiner Größe nachhaken warum das wohl relevant sei für die Auswahl einer potentiellen Mitbewohnerin. Seine Antwort: „Wenn man dann mal zusammen um die Häuser zieht muss ja klar sein, ob man optisch ein gutes Bild abgibt.“ Achso, ja ok. Das Spielchen kann ich auch spielen, dachte ich mir und entgegnete ihm: „Es kommt nicht immer auf die Größe an!“ Er: „Ja das sagt ihr im Bezug auf Männer auch manchmal, aber ernst meint ihr es nicht. Aber keine Angst bei mir ist alles im grünen Bereich.“

Ok, spätestens jetzt habe auch ich verstanden was André sucht…
Um dann irgendwie noch die Kurve zu kriegen, ohne einfach unfreundlich aufzulegen, meinte ich zu ihm: „Falls ich noch mal nach Hamburg kommen sollte bevor ich umziehe, kannst du mir ja dein Zimmer mal zeigen.“ Seine Antwort: „Ja das sollten wir auf jeden Fall tun, deine Stimme ist mir sehr sympathisch und dein Bild hat mir auch ganz gut gefallen. Das könnte schon hinhauen… Und wenn nicht in dieser Wohnung, in der ich wohne…dann in einer anderen meiner zahlreichen Eigentumswohnungen.“

Na wunderbar, also hält er sich seine zahlreichen Miezen in verschiedenen Wohnungen in ganz Hamburg verteilt, um sich dann des Nächtens den kürzesten Weg zum Glück auswählen zu können.
Zu guter Letzt bot er mir noch an, wenn ich denn nicht bei meiner Freundin unterkommen kann, ein bis zwei Nächte bei ihm zu bleiben…Ja ne, is klar.
Vielleicht sollte ich den Rat meines Vaters, mir einen Brückenführer für Hamburg zu kaufen, doch noch in Betracht ziehen.
Traurig wenn sich junge Mädels auf so etwas einlassen, um ein paar Quadratmeter im heiß umkämpften Hamburg zu ergattern. Ich für meinen Teil habe meine Lektion gelernt.
In diesem Sinne, wenn jemand einen Tipp für mich hat – Ich brauche ab dem 1.9. eine Bleibe.
Anfragen zwecks Größe, Beziehungsstatus und Haarfarbe an mich ;)

Lexi

4 Kommentare

  1. Alter,

    Entspannt euch halt alle mal..

    Was is da dabei? Manche Mädels un Jungs würden sich freuen, sone Gelegenheit zu bekommen..

    Wieder der Beweis, dass die Frauen einfach nur viel zu verklemmt sind und nicht mal fürne kurze Affäre offen sind. Wo bleibt bei euch der Spaß und das Abenteuer?

    Traurig!

    • Ich bin immer wieder entzückt wieviele Spezialisten sich trauen, im Schutze des anonymen World Wide Web, schonungslos unqualifizierte Beiträge zu leisten.
      Wenn es darum geht eine Wohnung zu finden, sucht man kein ungezwungenes XXX-Date. Dafür gibt’s andere Platformen. Genauso wenig möchte man am Bankschalter Unterhosen anstatt Scheine.
      Tut mir leid Micha, in Deutschland gibt es anscheinend nur prüde und langweilige Frauen die nicht darauf abfahren dass ihre Notsituation ausgenutzt wird für ein sexuelles Abenteuer.

  2. Na und?

    Das gleiche Auswahlverfahren hat der Tobi auch mit mir gemacht, damit ich als Untermieter in seine Wohnung durfte.
    Ist doch kein Problem…

    • Bitte keine intimen Details an dieser Stelle… :)

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