Tobi und die sonderbare Welt der Festivals – Der Komödie erster Teil

Gepostet von am Juli 6, 2013 in Festivals, Rock im Park, Tobi langweilt euch mit seinem Leben | Keine Kommentare

Tobi und die sonderbare Welt der Festivals – Der Komödie erster Teil

Einmal mehr wurde es Zeit für eine Geschichte aus Tobis Leben, dachte sich Tobi und begann just in diesem Moment mit dem Schreiben. Viele Monde waren seit seinem letzten Bericht bereits ins Land gezogen. Doch nun sollte das Schweigen gebrochen werden. So leset nun dies und verbreitet die frohe Kunde in alle Ecken dieses Landes.

 

 

 

Das Leben, wie es Tobi führte, war eines der ganz normalen Sorte. Jedenfalls von Montag bis Mittwoch. Danach begann meist schon das Wochenende. Dieser geheimnisvolle Ort, namens Fachhochschule geißelte zwar des Öfteren mit Anwesenheitspflicht, aber dieser Umstand konnte Tobi von seinen vielen freizeitlichen Aktivitäten nicht abhalten. Doch in der folgenden Mär sollen zwei Ereignisse der letzten Wochen besonders genau beleuchtet werden. Natürlich handelt es sich dabei jeweils um ein Festival -  Märchenland, Traumwelt und Vorhof zur Hölle auf wenige Quadratkilometer komprimiert.

Wer dachte, Tobi sei auf seine alten Tage müde geworden und in diesem Sommer brav zuhause geblieben, der irrt gewaltig! Seine treuen Begleiter Alex und Adi hatten bereits von diversen Aktivitäten auf dem Monster Bash und Southside berichtet. Doch nun folgt die frohe Kunde von Rock im Park und der Fusion.

flunky_gifAlles begann vor fünf Wochen. Der junge knappe Tobi zog hinaus in die Welt der Lebensmittel Discounter um sich mit Feuerwasser und Bier, welches in winzige Ritterrüstungen gefüllt worden war, zu bewaffnen. Ein martialischer Kampf kündigte sich an, wie ihn die Menschheit nur selten zuvor zu Gesicht bekommen hatte. Angst und Schrecken lagen in der Luft. Das alljährliche Treffen einer verwahrlosten Sippe, den sogenannten Parkrockern, stand an. Aus aller Herren Länder reisten jüngere (und auch ältere) Knappen bereits einen Tag vor Beginn der Festivitäten von Rock im Park an, um ein tödliches Turnier zu veranstalten. Sie nannten es „gepflegt die alten Bekannten treffen und ein paar Bierchen trinken“. Doch in dieser Sippe war es üblich, das Gesagt etwas zu verharmlosen. Und so waren die Bierchen in den Ritterrüstungen 10 Mal so groß wie normale Blechbiere. Doch das Schlimmste stand noch bevor! Ein Wettkampf sollte ausgetragen werden. Zwei Mannschaften der edelsten und kühnsten Knappen hatten sich versammelt, um sich gegenseitig im sportlichen Wettkampf zu bezwingen. Ein Heer aus Kulmbach, voller animalisch dreinblickender Bestien stand dem völlig benebelten Team Parkrocker in einer Partie Flunkyball gegenüber. Es gab weder Fräulein zu beeindrucken, noch Ländereien zu erobern. Allein der Sportsgeist trieb beide Lager an, sich selbst und das andere Team zu vernichten. Unser kühner Tobi hatte diese Disziplin des Kampfes lange trainiert und seine Fertigkeiten verfeinert. Nach einer hitzigen Partie, voller Emotionen und Verlusten auf beiden Seiten, konnten sich die Parkrocker jedoch durchsetzen und so geschah es, dass das Gesindel aus Kulmbach vernichten geschlagen wurde.

Vom Kampfe ermüdet begab sich Tobi alsbald in Richtung seines Zuhauses. Er wollte nicht wie die anderen in einer bescheidenen Behausung aus Kunstoffplane und Baumwollsack nächtigen und machte sich auf einen langen und beschwerlichen Heimweg. Er wusste, dass unterwegs viele Gefahren auf ihn lauern würden. Doch er blickte dem Schrecken ins Auge und durchquerte die Nürnberger Innenstadt.
Schon bald erreichte er einen Ort, der bereits von Weitem mit einer Ansammlung Menschen, die davor trampelten, auf sich aufmerksam machte. Es handelte sich um eine Taverne mit dem seltsamen Namen „Club Stereo“. Tapfer wie unser Tobi eben ist, beschloss er hinein zu gehen und zu schauen, welche seltsamen Bräuche an diesem Ort gepflegt werden. Zu seinem großen Erstaunen kannte er die Hälfte der Menschen in diesem Etablissement und ließ sich schließlich zu weiteren Bieren, in weniger blecherner Rüstung hinreißen. Dieses teuflische Getränk begann seine Wirkung nun langsam voll zu entfalten und so beschloss Tobi, seinen Weg nun endlich fortzusetzen. An der frischen Luft wurde ihm plötzlich schwindelig. Mit flauem Gefühl im Magen setzte er seinen Weg fort. Seine Beine waren müde, doch er wusste genau wohin er zu gehen hatte.
Dann passierte er eine letzte kritische Stelle auf seiner Reise. Das „Gasthaus zum goldenen M“. Nur leider konnte er nicht so einfach daran vorbeischreiten. Ein riesiger Drache in Form von vielen Pappkartons war davor aufgetürmt. Sie mussten wohl aus den umliegenden Krämerläden stammen. Vom Biere gestärkt beschloss Tobi, den direkten Kampf mit dem Ungetüm aufzunehmen und stürmte auf den Haufen zu. Ein beherzter Sprung streckte sowohl das widerliche Getier, als auch ihn nieder. Er hatte gewonnen, auch wenn sein Ellbogen noch bis zum Tage, an dem er diese Geschichte darnieder schrieb, schmerzte.
Nun aber war es wirklich an der Zeit, das geliebte Schlafgemach zu ersuchen. Wäre da nicht dieses Telegramm gewesen, welches ihm eine holde Maid kurz vor Erreichen der Eingangspforte übermittelt hatte. Auf deren Geheiß machte sich unser geschundener Tobi bereit für die letzte Etappe des Abends. Erneut sollte eine Schänke aufgesucht werden. Diese trug den Name „Mitte Soundbar“. Vor der Tür wurde Tobi bereits herzlich empfangen, doch sein Geist war längst nicht mehr Herr über seinen Körper. So geschah es, dass sich bis heute um die folgenden Ereignisse viele Mythen ranken, weshalb sie nicht Teil unserer Erzählung sein sollen.

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Der nächste Tag begann für Knappe Tobi mit zermürbenden Kopfschmerzen. Die eigentliche Festivität war noch nicht einmal im Gange und ihn verließen bereits die Kräfte. Doch er raffte sich auf und konnte das Spektakel noch rechtzeitig erreichen, um sich einer Kapelle, die ihm behagte, zu frohlocken. Der junge Herr auf der Bühne nannte sich „Jake Bugg“ und war blutjung. Jünger noch als unser Tobi. Dem Name nach schien er ein Angelsache zu sein. Außerdem sah er so aus, als ob ein Alchimist ihm eine Überdosis Valium verpasst hatte. Die Töne aus seiner Klampfe waren aber durchaus behaglich. Auch die Gruppe „Biffy Clyro“ schien aus fernen Landen angereist zu sein. Mit gebleichtem Schopfe brachten sie die Zuschauer zum Auf und Ab springen. Danach betrat ein Kollektiv voller Gaukler die Bühne. Sie nannten sich „Tocotronic“. Ein seltsamer Name, dachte sich Tobi. Zumal alle Mitglieder der deutschen Sprache durchaus mächtig waren. In ihrem Minnesang beklagte man sich über alle Probleme der heutigen Kultur. So jedenfalls der Anschein, denn eigentlich schien Niemand so recht zu verstehen, was diese Narren da vorne auf der Bühne eigentlich erzählen. Tobi für seinen Teil war entzückt und klatschte ausgelassen in die Hände.
Im Anschluss infiltrierte doch tatsächlich das französische Gesinde die Bühne. Die Gruppe nannte sich „Phoenix“ und wurde eigenartigerweise frenetisch gefeiert. Seltsam fremd klangen deren Melodien. Dennoch Tanzte das Volk brav und sang sogar in der anderen Sprache mit. Diese Sprache war aber aus einem nicht erkennbaren Grund Englisch und nicht Französisch. Am Ende des bereits fortgeschrittenen Abends stand nur noch eine Kapelle auf dem Plan. Sie trug den klangvollen Name „The Killers“. Tobi hatte bereits viel überschwängliche Kunde dieser illustren Herren vernommen. Von Weit her schienen sie gekommen zu sein. Aus dem Sündenpfuhl, mitten in der Wüste eines Kontinents, der eigentlich noch gar nicht entdeckt sein dürfte. Wieder schien das Publikum alle Texte bereits zu kennen. Auch unser Tobi tauchte völlig in die Klänge der Gruppe ein. Später suchte er noch die Taverne „Mitte Soundbar“ vom Abend zuvor auf. Das Ergebnis war natürlich vorhersehbar…

IMG_3439Am Samstag war die Musik eine völlig andere. Tobi ging zu Künstlern, die sich der sogenannten Hip-Hop Musik verschrieben hatten. Ein wahrhaft komisches Gerumpel von Trommeln, eigenartigen Geräuschen und Sprechgesang. Alle Protagonisten hatten offensichtlich auch eine Vorliebe für zerlumpte und viel zu große Kleidung. Ein paar von ihnen schienen sogar aus dem fernen Süden, jenseits der Meerenge zu kommen. Ihre Haut war pechschwarz, sodass man sie vor der dunklen Bühne nur schwerlich erspähen konnte. Die Gruppen trugen Namen wie „Die Orsons“, „Blumentopf“, „A$AP Rocky“ oder „Dizzee Rascal“. Allesamt wussten sie unseren Tobi zu begeistern, sodass bereits der Nachmittag wahrlich entzückend verlief. Wenig später betraten dann wieder Junge Burschen mit Klampfen die Bühne. Sie nannten sich „The Wombats“ und spielten fröhliche Musik, die hier und da zum Tanzen und Mitsingen anstiftete. Im Anschluss daran betrat ein Herr die Bühne, dessen Stimme sichtlich angeschlagen schien. Er muss wohl so eine Art Hofnarr gewesen sein, denn sein Name war „Casper“. Er war ein weiterer Künstler an diesem Tag, der seine Stücke in deutscher Sprache vortrug. Dabei präsentierte er eine gute Mischung von schnell und langsam, alt und neu, leise und laut. Das Publikum war in gigantischer Masse herbeigeströmt und konnte nahezu jedes Stück im Schlafe mitsingen. Im Anschluss an dieses Spektakel war Tobi etwas planlos und stolperte durch die Menge. Ohne festes Ziel vor Augen lauschte er mal hier, mal da. Er nahm ein paar eigenartige Speisen zu sich, die schmeckten, als seien sie schon einmal verzehrt worden (obwohl sie eine horrende Menge an Goldtalern kosteten) und trank ein paar Biere im Ritterkostüm. Danach fiel er wohlverdient in einen Tiefen Schlaf.

Tags darauf sollte auch schon das Finale der großen Festivität stattfinden. Leider hatten sich nur noch Gruppen angekündigt, die niemand so recht sehen wollte. Doch es gab ein paar Minnesänger, die versteckt auf der kleinsten aller Bühnen eine grandiose Schau ablieferten. Zu denen gehörte die Kapelle „Wax“. Wahrscheinlich wollten die sich „Wachs“ nennen, waren aber der Kunst des Schreibens nicht mächtig. Egal, denn mit flotter Mischung aus vielerlei Musikrichtungen wussten sie zu begeistern. Im Anschluss betrat ein bärtiger Bettler die Bühne. Sein Name war „MC Fitti“. Er erzählte, wie die Hip-Hopper am Tage zuvor, von Dingen, von denen Tobi noch nie zuvor gehört hatte. Roflcopter, Whatsapper, YOLO – all das waren für unseren jungen Knappe böhmische Dörfer. Genau so, wie das eigenartige Geblubber der Gruppe „Modestep“. Hüpfen mussten trotzdem alle, auch wenn niemand so recht wusste, wie man auf diese schrägen Töne tanzen soll. Zum Abschluss spielten dann noch zwei Kapellen namens „Limp Bizkit“ und „Korn“, doch diese zogen an unserem  erschöpften Tobi nur noch vorbei. Er war ermüdet von all dem Spektakel. Er wollte weg von all diesen primitiven Menschen. Selbst Bauern schienen ihm mehr Anstand zu besitzen. Also verließ er mit einem zufriedenen Blick zurück auf die vergangenen Tage das Gelände und plante bereits sein nächstes Abendteuer.

Wie es weiter geht, lest ihr  im zweiten Teil der Geschichte.

Tobias: Von seinen Freunden liebevoll Hans genannt, lebt er im beschaulichen Nürnberg. Während er im wahren Leben auf seriös macht und irgendwann mal stinkreicher Ingenieur werden will, tobt er sich in seiner Freizeit gerne aus. Auch sein Musikgeschmack ist vielseitig. House und Techno sind seine Passion. Aber auch Gitarrenmusik von der Insel hat es ihm angetan. Dazwischen liegt irgendwo sein Hang für Synthi-Pop mit ganz viel Pathos. Ihr wollt ihm sagen, wie toll oder scheiße er ist? Dann schreibt einfach an tobias(at)soundbox-blog.de 

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  1. Tobi und die sonderbare Welt der Festivals – Der Komödie zweiter Teil | Soundbox-Blog - [...] kühnen Plan, der diesen Verlust locker wieder ausgleichen würde. Was bisher geschah, lest ihr in Teil 1 der [...]

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