Highasakite – Silent Treatment

Gepostet von am Januar 21, 2014 in Featured Articles, Plattenkritiken | Keine Kommentare

Highasakite – Silent Treatment

Das neue Jahr ist noch jung. Ebenso die Band Highasakite aus dem hohen Norden. Der Norweger Pop Export hat vergangenes Jahr mit der EP In And Out Of Weeks die Kritiker begeistert und nun wird es Zeit für das Debüt Album.

 

 

 

 

Mit Silent Treatment wagen Highasakite den lang ersehnten Sprung auf das Langspielformat. Die Band aus Oslo hat sich der Popmusik verpflichtet. Doch der illustre Haufen an Musikern und Instrumenten, den Sängerin Ingrid Helene Håviks um sich geschart hat, fabriziert keine langweilige Popmusik von der Stange. Highasakite sind zwar nicht die Erfinder der Kombination von Synthesizern, Bläsern und Perkussion, aber ihre Interpretation weiß auf Anhieb zu begeistern.

Silent Treatment greift hauptsächlich auf das alt bewerte Thema der Popmusik zurück. Das ist natürlich, wie soll es anders sein, die Liebe. Silent Treatment bedeutet, jemanden mit Schweigen strafen. Jeder kennt dieses Gefühl und wahrscheinlich Jeder wird es hassen. Und so passt es auch, dass die Platte direkt voller Schwermut und Melancholie mit dem Song Lover, Where Do You Live? startet.

Håviks beeindruckende Stimme kommt in Leaving No Traces zum ersten Mal so richtig zur Geltung. Stellenweise fühlt man sich da an Florence and the Machine erinnert. Das liegt nicht zuletzt auch an der fast schon epischen Instrumentierung. Die fünfköpfige Band kann aus dem Vollen schöpfen und einen Klangteppich kreieren, der mit stumpfsinnigem Chart-Pop nicht viel am Hut hat.

Auch die erste Single Since Last Wednesday weiß auf Anhieb zu überzeugen und wartet mit viel Liebe zum Detail auf. Die Drums sind einfach großartig und an jeder Ecke flirrt ein anderer Synthesizer Sound vor sich hin. Trotz der vielen Elektronik steht der Bandcharakter im Vordergrund. Nie hat man das Gefühl, dass die Maschinen die Oberhand gewinnen.

Beim Song Hiroshima musste ich erst zwei mal hinhören. Sind das noch Highasakite oder doch New Found Land aus dem benachbarten Schweden? Håviks Stimme ist wirklich beeindruckend vielseitig. Das Spektrum reicht vom zarten Hauch bis zum kraftvollen Gesang. Nicht selten kommt diese Wandelbarkeit verpackt in einen Song daher. So wie bei I, The Hand Grenade, der sich während seiner mehr als 6 Minuten Länge langsam und bedächtig aufbaut, um am Ende voller Energie zu strotzen.

Über weite Teile des Albums dominiert das emotionale Grundthema. Doch es gibt auch Ausreißer Richtung Frohsinn. Darth Vader ist so einer und regt schon vom Titel her zum Schmunzeln an. Wie flott es wohl live in diesem Jahr bei Highasakite zur Sache gehen wird, muss sich noch herausstellen. Die Band kommt auf Tour und wird bestimmt auch das ein oder andere deutsche Festival bereichern. Im Moment sitzen die Musiker zusammen und planen die Bühnenumsetzung der Stücke.

Wir sind gespannt und freuen uns über ein gelungenes und bewegendes Album – sowohl für die Licht-, als auch für die Schattenseiten des Gemüts uneingeschränkt geeignet. Bis zum 28.02.14 muss man sich jedoch noch gedulden, aber dann kann der Drache endlich steigen!

10.04.14 CH- Zürich @ Bogen F
13.04.14 München @ Ampere
14.04.14 Köln @ Studio 672
15.04.14 Wiesbaden @ Schlachthof-Räucherkammer
16.04.14 Dresden @ Beatpol
17.04.14 Hannover @ Pavillon
22.04.14 Hamburg @ Uebel&Gefährlich (Introducing)
23.04.14 Berlin @ Bi Nuu (Introducing)

Cover_HAAK_ST

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