VIMES – Der Traum jeder Schwiegermutter

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Anfang der Woche haben wir VIMES auf ihrem ausverkauften Konzert in München besucht. Nachdem wir in aller Ruhe dem Soundcheck beiwohnen durften, blieb noch genügend Zeit für ein gemütliches Interview mit der Band. Was die drei Sympathieträger aus Köln zu erzählen hatten, könnt ihr nun nachlesen.

Das erste Tour-Wochenende liegt bereits hinter euch. Wie geht’s euch denn gerade?

Azhar: Mittlerweile sind wir eigentlich ganz gut eingespielt!
Julian: Gestern hatten wir einen freien Tag und waren bei meinen Eltern. Wir wurden gut bekocht, sind also wohl genährt und voll zufrieden.

Das ist nicht eure erste Tour. Ist es beruhigend, wenn man nach so langer Zeit endlich einen Langspieler im Rücken hat?

Azhar: Ja, das macht in sofern schon einen Unterschied, dass die Leute nun wissen, was sie erwartet. Sie kennen die Songs. Vorher war das nicht ganz so. Jetzt gibt es da schon eher so eine Erwartungshaltung.
Julian: Man weiß eben schon eher was kommt, wobei auch da erstaunlich ist, wie viel man noch draus machen kann, einfach dadurch, dass man ein paar Sachen spielt, die nicht auf dem Album sind und andere Sachen nicht speilt, die aber wiederum drauf sind. Auch durch eine andere Anordnung kann man ein ganz anderes Live-Feeling erzeugen.
Azhar: Angeblich klingen einige Sachen live auch anders, haben wir uns sagen lassen.
Julian: Es passiert echt oft, dass Menschen im Nachhinein fragen: „Habt ihr eigentlich Dies und Das gespielt?“ Dann denken wir uns: „Hä, du warst doch da?!“. Es scheint also live schon noch mal alles ein Stück weit anders rüber zu kommen.

Apropos, warum hat es der Song „Upstairs“ nicht aufs Album geschafft?

Azhar: Das war auf jeden Fall eine Gemeinschaftsentscheidung. Der Song ist quasi aus einer anderen Ära. Wir spielen ihn zwar ab und zu immer noch live aber er ist eben aus vergangenen Tagen.

Die Platte ist sehr vielseitig geworden, besitzt aber dennoch einen roten Faden. Mussten wir deshalb so viele Jahre warten?

Azhar: Wahrscheinlich schon. Was so leichtfüßig daher kommt ist in Wahrheit sehr liebevolle und detailverliebte Kleinstarbeit, damit am Ende auch alles einen Sinn ergibt.

Einige Tracks passen sehr gut in einen Club-Kontext. Sind bereits Remixe in der Pipeline?

Azhar: Ja, auf jeden Fall. Wir haben ja in der Vergangenheit auch schon einige Singles selbst geremixt. Das werden wir auch weiterhin so machen. Stücke, die auf dem Album eher Songs sind werden dann in einen anderen Kontext gesetzt.

Welche aktuellen Künstler gefallen euch gerade besonders?

Julian: Ich musste schon die ganze Zeit darüber nachdenken, dass es ja eigentlich total deprimierend ist, wenn hier vor unserem Konzert im Hintergrund Radiohead läuft. Vielleicht ein Radiohead Remix? Thom Yorke Dub? Aber Radiohead war beispielsweise kein wirklicher Einfluss für das Album. Jedenfalls nichts, was man direkt als Referenz nennen will. Das ist einfach schon viel zu drüber. Natürlich haben wir die auch irgendwann in unserem Leben gehört und waren total fasziniert. Aber in den letzten drei Jahren haben sie uns nicht begleitet. Man könnte es eher so als eine Art Reibung sehen. Azhar hört viel Song-Orientierte Musik und ich viel straighte Clubmusik, weil ich mich auch viel in solchen Lokalitäten rumtreibe. Wir versuche das möglichst gut zusammen zu kriegen und daraus auch etwas Eigenes zu schaffen.

Was hält der Sommer für euch parat? Wird man euch auf Festivals treffen?

Julian: Ja, Rock am Ring Headliner! Wir spielen den ganzen Sommer über definitiv viel aber haben ehrlich gesagt selbst so ein bisschen den Überblick verloren, welche der Sachen, die im Raum standen, jetzt auch wirklich stattfinden. Das ist schon so eine Art Running Gag bei uns geworden, weil wir unserem Booker gefühlt ein mal die Woche anschreiben und nachfragen, wo wir nun eigentlich spielen. Wir bekommen aber nie eine Antwort.

Soundbox Psychotest

Bier oder Wein?

Azhar: Das lass sein!
Julian: Wir sind eigentlich beide nicht so die coolen Trinker.

Bademantel oder Jogginghose?
Julian: Jogginghose!
Azhar: Ich besitze keinen Bademantel, darum Jogginghose.
Johannes: Ich entscheide mich ganz klar für Bademantel!
Azhar: Wenn man Johannes um 14 Uhr antrifft, dann ist er natürlich immer noch im Bademantel und raucht seine Pfeife.

Andy Borg oder Florian Silbereisen?

Julian: Wer ist Andy Borg?
Azhar: War das nicht ein Tennisspieler?

Zug oder Bus?

Alle: Zug!

Diktatur oder Demokratie?

Azhar: Das ist aber eine harte Frage. Wir sind für die musikalische Diktatur!

Pfeffi oder Jägermeister?

Azhar: Ich weiß ehrlich gesagt nicht was Pfeffi ist.
Julian: Also ich finde Pfeffi ziemlich eklig. Ich bin generell nicht der große Schnapstrinker. Aber ich bin vorsichtig jetzt solche Sachen zu propagieren und später tanzen Azhar und ich oben ohne auf der Bar. Pfeffi ist halt Zucker und Alkohol. Sowas find ich nicht so geil. Damit kann man sich halt solide besaufen wenn man 15 ist und erste sexuelle Erfahrungen auf dem Dorffest sammeln will.

Popper oder Punker?

Julian: Poppers? Ne, Punker auf jeden Fall. Nie wieder Deutschland!

Mann oder Maus?

Julian: Maus. Nie wieder Männlichkeit!

Mailand oder Madrid?

Azhar: Beides sehr interessante Städte.
Julian: Ich bin ein großer Fan von Madrid, war aber noch nie in Mailand.
Johannes: Das war jetzt die Fangfrage. Ich glaube die richtige Antwort wäre Italien gewesen.
Julian: Johannes ist eben nicht nur unser Schlagzeuger, sondern auch der Mann mit dem Popkulturellen Horizont.

Mit diesen passenden letzten Worten sagen wir Danke für das Interview, viel Spaß auf der weiteren Tour und bis demnächst! Das Album Nights in Limbo gibt es beispielsweise hier käuflich zu erwerben.

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