So war das Melt! Festival 2012

So war das Melt! Festival 2012

Wie jedes Jahr hat das Melt! Festival eine große Anzahl feierwütiger Leute aus ganz Europa nach Ferropolis gelockt. Wir waren dabei und sind nicht enttäuscht worden. Die Location verliert selbst nach mehrmaligen Besuch nicht ihren Reiz und das internationale Publikum sorgt für eine gelungene Atmosphäre! 

So abwechslungsreich wie sich das Wetter dieses Jahr gezeigt hat, war auch das Line up mal wieder. Die 7 Stages waren durchweg gut besetzt und so ziemlich alle Spielarten der elektronischen Musik waren geboten. Aufgelockert wurde das Programm wie immer mit feinen Gitarren Tunes und Popsternchen. So bot sich bereits Freitag ein schönes Schauspiel als sich ein Großteil des Publikums kostümiert am Big Wheel einfand, um den alljährlichen Eröffnungsact Marcus Kavka gebührend zu feiern. Die Bühne, die sich dieses Jahr erstmalig nicht unter sondern neben dem Bagger befand, war das ganze Wochenende immer einen Besuch wert. Denn stimmungstechnisch wurde hier einiges geboten. Egal ob David August da mit seinem Hit Moving Day oder Steffi mit waschechten Berghain Techno die Menge in Ekstase versetzte.

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Melt! Festival 2012

Melt! Festival 2012

Schon lange sind wir große Fans der wunderbaren Kulisse Ferropolis und dem ausgezeichnetem Booking des Melt! Teams. Deshalb gibts auch dieses Jahr eine uneingeschränkte Empfehlung für eine der tollsten Veranstaltungen des Jahres. 

 

Vom 13.-15. Juli wird es wieder mehr als 72h durchgehen aller feinste Musik in Gräfenhainichen auf die Ohren geben. Das Melt! Festival steht mit seiner 15. Ausgabe in den Startlöchern und macht allen Freunden der Indie- und Elektronischen Musik den Mund wässrig. Neben den New Yorkern The Rapture, werden Bands wie Caribou, Bloc Party, Gossip und Two Door Cinema Club das Festival bespielen. Im elektronischen Bereich sind Justice, Modeselektor, Benga und Laurent Garnier für Live Performances zuständig. Aber auch die Gesichter hinter den Plattentellern können sich wieder sehen lassen. Genregrößen wie Ellen Allien, Dixon und Richie Hawtin sorgen auf dem Big Wheel und Sleepless Floor für die richtige Beschallung. Das tolle Publikum und die wunderbare Atmosphäre zwischen den riesigen Schaufelradbaggern, tun ihr übriges für ein wunderbares Festivalerlebniss. Das Festival polarisiert wie eh und je und ist demzufolge bereits restlos ausverkauft! Wer sich eines der begehrten Tickets sichern konnte, darf sich jetzt auf ein ausschweifendes Wochenende in Ferropolis freuen. Der Veranstalter legt bereits seit einigen Jahren viel Wert auf ein umweltfreundliches Anreisekonzept rund um das Festival. Somit ist es möglich die Reise zum Event per Hotel-Train oder mit dem Fahrrad anzutreten. Und für alle Leute die garnicht früh genug aus dem Alltag rauskommen können, gibt es Donnerstag bereits eine Pre-Party im Introzelt. Hier wird es neben einem Mike Skinner Dj-Set auch live Auftritte von Reptile Youth und WhoMadeWho geben.

Tickets für die Pre-Party gibts hier!

Timetable für Freitag, Samstag und Sonntag!

Das Gesamte Line up im Überblick:

Adam Beyer 
Agoria 
AraabMuzik 
Aroma Pitch 
Benga live
Bloc Party 
Blood Red Shoes 
BNR Special 
Boy 
Brandt Brauer Frick 
Brodinski 
Buraka Som Sistema 
Caribou 
Casper 
Chairlift 
Citizens! 
Claude VonStroke 
Dave Clarke 
David August 
Destroyer 
Dillon 
Dixon 
Djedjotronic 
Douglas Greed 
Elektro Guzzi 
Ellen Allien 
Floating Points 
Flux Pavilion 
Freedom Or Death 
Freude am Tanzen Special @ Sleepless Floor 
Frittenbude 
Gesaffelstein live
Gossip 
Groove presents @ Sleepless Floor 
Her Voice Over Boys 
Hudson Mohawke 
Hufschlag&Braun live
I Heart Sharks 
Icona Pop 
Jacques Lu Cont 
Jessie Ware 
Joel Mull 
John Talabot live & DJ Set
Josh Wink 
Justice 
KMPFSPRT 
Knife Party 
Lana Del Rey 
Laurent Garnier pres. L.B.S. 
Lazer Sword 
Little Boots 
M83 
Magda 
Man Without Country 
Markus Kavka 
Matador live
Mathew Jonson live
Mathias Kaden 
Matias Aguayo 
Maya Jane Coles 
Modeselektor pres. Melt!Selektor 
Monkey Maffia 
Motor City Drum Ensemble 
Mouse On Mars 
Nero 
Niki & The Dove 
Nina Kraviz DJ Set
Oliver Koletzki 
Oskar Offermann & Edward 
Pachanga Boys (Superpitcher + Rebolledo) 
PeterLicht 
Plan B 
Pollyester 
Richie Hawtin 
Riton 
Roosevelt 
Rufus Wainwright and his Band 
Rustie 
Schlachthofbronx 
SebastiAn live
Sebo K 
Seth Troxler 
Shadow Dancer live
Shed 
Squarepusher 
Steffi Ostgut Ton
Strip Steve 
Surkin 
Switch 
Tale Of Us 
The Bloody Beetroots DJ Set
The Cast Of Cheers 
The Gaslamp Killer 
The Jezabels 
The Rapture 
The Raveonettes 
The War On Drugs 
The Whitest Boy Alive 
Thees Uhlmann 
Tobias Thomas 
Tobias. live Ostgut Ton
Todd Terje 
Total Confusion Special 
Twin Shadow 
Two Door Cinema Club 
Vondelpark 
Willy Moon 
Yeasayer 
Zedd 
Zola Jesus 


 

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Melt! Festival 2011 Free Love and Alarm

Melt! Festival 2011 Free Love and Alarm

Das Melt! Festival liegt hinter uns und was soll man sagen? Es gibt fast keine Kritik. Wie auch in den Vorjahren wurde hier ein Event geboten, das seines Gleichen sucht. Angefangen bei der tollen Atmosphäre die mir bis her kein anderes Festival vermittelt hat, bis hin zu den starken Auftritten der vielen Künstler.

 

Donnerstag

Wir gehörten Donnerstag 12 Uhr zu den ersten die den Campingplatz enterten. Schnell war ein Platz gefunden und Freundschaft mit den Nachbarn geschlossen. Hier hat man schon gemerkt, die Besucher des Festivals sind alle auf einer Wellenlänge was Freundlichkeit und Kameradschaft angeht. Keine Aggressivität oder Zerstörungswut wie auf vielen anderen Festivals. Nachdem auch der Rest der Truppe im Laufe des Nachmittags zu uns gestoßen ist, wurde das Campinggelände genauer unter die Lupe genommen. Hier und da waren kleine Partystages aufgebaut wo man schon am Nachmittag das Tanzbein schwingen konnte. Besonders toll das schon hier die Musik auf einem sehr hohen Niveau war. Am Abend besuchten wir die Intro-Pre-Party. Super Show von Mediengruppe Telekommander und eine extravagante Eskalation bei Egotronic. Frittenbude haben wir dann nicht mehr angeschaut. Durfte dann auch noch das gesamte Campinggelände bei Nacht erkunden und Bekanntschaft mit den Sanitätern machen. So hatte man wenigstens alles mal gesehen…

Neben einigen Drinks und einem weiteren male auf dem Zeltplatz umherirren, hatte der Donnerstag nichts weiter zu bieten. Kleiner Kritikpunkt an dieser Stelle: Eine Kennzeichnung der Campingflächen wäre für betrunkene Leute ohne Orientierungssinn von Vorteil. Da verliert man dann auch nicht seine Schuhe…

 

Freitag

Gut ausgeruht und katerfrei ging es gegen 10Uhr aus dem Bett. Wetter war eher kühl und windig was vorerst die Stimmung etwas trübte. Doch nach einigen leckeren Bechern Apfelsaft und Gemeinschaftlichen spielen wie English Scharade, war die Stimmung wieder auf dem Höhepunkt.

 

Is Tropical

Das Konzert hat sehr laut begonnen. Sound hat sich aber gebessert. Der Drummer der Band ist ein totales Tier. Sehr fetter Sound und die Band ist gar nicht so Indie, wie Sie auf Platte klingt.

The Naked and Famous

Habe die Band bereits vor einigen Wochen bei Rock im Park gesehen. Da waren Sie gut aber bei weitem nicht so überragend wie auf dem Melt! Festival. Grandiose Stimmung im Publikum und sehr druckvoller Sound. Die Band hatte sichtlich Spaß. Dieser Auftritt gehörte Eindeutig zu den Highlights des Festivals.

FM Belfast

Wie nicht anders zu erwarten ist es bei FM Belfast derbe Eskaliert. Die Band hat auf der Bühne eine Menge Energie freigesetzt. Man hatte allerdings das Gefühl, das hier Instrumental ein wenig zu viel präsentiert wurde für die wenigen Instrumente, die auf der Bühne zu sehen waren. Die Frontleute der Band haben das allerdings durch ständiges animieren und anheizen des Publikums wieder wettgemacht.

Robyn

Der Auftritt von Robyn ist nur schwer Einzuschätzen. Einerseits war die Stimmung wieder mal Top und der Sound stark aber man hatte das Gefühl, das hier einiges Playback war. Die Show war allerdings sehr nett und die Dancingmoves der Schwedin sehr schön anzusehen.

Noze

And nooowww….

Leider mit 20 Minuten Verspätung angefangen, da es technische Probleme gab zu Anfang. Die Franzosen haben ihre Songs diesmal mit Band präsentiert. Es wurden wieder viele Titel vom aktuellen Album gespielt aber auch der ein oder andere Klassiker war in der Setlist. Musikalisch war das eine wunderbare Sache. Leider war die Stimmung im Publikum weniger euphorisch. Lag allerdings auch an der Playtime. Auf einer anderen Stage zwischen weniger harten Electroacts wären Noze besser aufgehoben gewesen. Für mich trotzdem einer der besten Auftritte des Festivals. Man kann nur hoffen das Nicolas Sfintescu noch einige Jahre unter den Lebenden weilt bei dem Alkohol- und Zigarettenkonsum.

Carl Craig vs. Radioslave

Sehr schönes Technoset von den beiden. Gehören nicht umsonst zu den Größten aus ihrem Genre und das hat man auch gehört.

Boys Noize

Ganz große Überraschung für mich! Der hat die Mainstage extrem gerockt. Total ausgelassene Stimmung und Musik die einfach nur auf die Fresse geht. Kann eigentlich mit so extrem harten synthetischen Elektro nicht viel anfangen aber das war ein super Auftritt. Einfach mal die Scheuklappen abnehmen und mit den Leuten Feiern war da angesagt. Der Sonnenaufgang hat dann für einen fast perfekten Festivalmoment sein übriges getan.

 

Samstag

Gegen 7 Uhr im Zelt gewesen und etwa 3 Stunden geschlafen. Das Wetter am Samstag war überragend und deswegen kurzerhand das Schlafquartier nach draußen verlegt. Zum Mittag gab es dann wieder leckeres vom Gaskocher und Grill. Ganz Festival like eben. Der Nachmittägliche Besuch auf dem Sleepless Floor war einer der Höhepunkte des Tages bevor es am Abend wieder aufs Festivalgelände ging.

 

Redshape

Das einstündige live Set war zu Anfang noch etwas träge, hat aber zum Ende hin gut Fahrt aufgenommen. Die Subbass bei einigen der Tracks hat uns das Bier regelrecht in den Rachen gedrückt. Guter Auftritt!

Ame

Hier wurde dem Big Wheel wieder alle Ehre gemacht. Krasse Leute! Krasse Stimmung! Krasse Musik! Eines der Highlights!

The Streets

Der vorerst letzte Deutschland Auftritt fand also nun beim Melt! Festival statt. Kannte leider nur 2 Lieder aus der Setlist. War aber nichts desto trotz schwer begeistert. Mike Skinner ist die totale Frontsau und bezieht das Publikum einfach super mit ein. Sehr schade, dass es die Band nun nicht mehr gibt. Das war jedenfalls ein würdiger letzter Auftritt.

DJ Koze

Für mich das beste und abwechslungsreichste Set was ich auf dem Festival gehört habe. Wunderbarer Mix aus typischen Koze Tracks und feinen Klassikern. Hier auch wieder ein Magic Festival Moment als er Sinner In Me spielte.

M.A.N.D.Y.

Guter Mix mit feinen Dub Step Einflüssen. Da hab ich was ganz anderes erwartet und wurde wieder mit einem sehr starken Set überrascht.

Total Confusion

Guter Abschluss am Sonntag Morgen. Fetter Sound der genau die richtige Balance zwischen chilligkeit und dancebarkeit hatte. Hier auch wieder ein Lob an das Melt! Booking für eine solch tolle Compilation. Sowas ist einzigartig und wertet jedes Line up auf!

 

Sonntag

Der letzte Tag war dann leider schon wieder viel zu schnell angebrochen. Man hatte sich langsam an diese Lebensbedingungen gewöhnt und sich mit dem Müll im Camp angefreundet. Auch Sonntag stand wieder ein Besuch auf dem Sleepless Floor an und dieser war sogar noch mal einen Tick besser als am Vortag. War schön Bekannte Gesichter aus der Heimat zu treffen.

 

Bag Raiders

Böse Zungen behaupten ja, dass hier auch nicht alles Live war. Kann ich nur schwer Einschätzen. Mir hat es jedenfalls gut gefallen. Und mit Snake Charmer wurde auch einer der Songs gespielt auf die ich mich am meisten gefreut habe.

Ben Klock

Strömender Regen und harter Berghain Techno. Da ging es feucht zu! Cooler Sound wenn auch für meinen Geschmack etwas zu eintönig.

Frittenbude

Eigentlich sollte ja Plan B auf der Mainstage spielen. Dann war es allerdings Frittenbude. Habe nur die letzten 3 Songs miterlebt. Das war aber legendär! Die gesamte Crowd so heftig am eskalieren und das alles bei strömenden Regen. Dann gab es auch noch eine Wall of Love. Hätte nicht erwartet das mich diese Band noch mal so mitreisen kann. Das Publikum war aber auch einfach der Wahnsinn.

White Lies

Vor einigen Wochen auch schon gesehen und diesmal sogar noch besser gefallen. Wieder eine Band wo ich nur einen einzigen Song kenne und trotzdem war es total mitreisend. Die Unglaublich Stimme des Sängers und der druckvolle Sound haben mich wieder schwer beeindruckt. Da war es dann auch fast schon ein bisschen romantisch aber auch nur fast…

Chase & Status

Einer der Acts den ich eigentlich nicht einmal auf den Plan hatte. War dann mit das beste was ich seit langen gehört habe. Die Mischung aus Dub Step, Breakbeat und Drum´n´Bass hat die Leute total in Ekstase gebracht.

Richie Hawtin

Der typische Hawtin Sound. Nicht schlecht aber auch nichts Besonders. Da fehlt leider ein wenig die Abwechslung in den Sets. Positiv zu erwähnen ist allerdings das der Sound besonders druckvoll war. Vermute mal das da vertraglich geregelt war das der Richie am lautesten machen darf ;-)

 

Sleepless Floor

Der Sleepless Floor, vor dem Eingang zum eigentlichen Festivalgelände, ist und bleibt die beste Stage des Melt! Festivals. Hier muss man Nachmittag einfach unbedingt vorbei schauen. Coole witzige Leute, Super Stimmung sowie allerfeinste Musik vom Vinyl. Dazu eine liebevolle Deko. Hier hat man sich einfach wohlgefühlt und immer nette Leute kennengelernt. Ein weiterer Grund der gerade für diese Stage spricht ist das es möglich war alle Art von Getränken mitzubringen.

 

Duschen und Toiletten

Die Gemeinschaftsduschen boten fast durchgehend warmes Wasser wenn auch der Preis von 1,50 € fürs Duschen mir etwas hoch erschien. Sauberkeit der Sanitären Anlagen war Mittelmass für den Preis.

 

Personal

Ordner und Security waren durchgehen gut organisiert und immer freundlich.  Gegen einen kleinen Pfand, wurde uns sogar ein Einkaufswagen geliehen um unsere Gepäck zu transportieren. Das war eine sehr feine Sache!

 

Getränke und Catering

Die Auswahl an Fressbuden auf dem Festivalgelände war beträchtlich. Hier war für jeden was dabei und das für Festivalverhältnisse gute Preise. Für 4 € ist man wirklich satt geworden. Den Liter Bier gab es für 8,50 €. Das war auch in Ordnung. Da zahlt man anderswo wesentlich mehr. Einen großen Bogen konnte man allerdings um die Longdrinks machen. War da überhaupt Schnaps dran?

 

Abschließend kann man sagen, dass es wieder mal überwältigend gut war. Das tolle Publikum und der durchgehend gute Sound an den Bühnen sowie die wunderschöne Location, machen das Melt! Festival zu etwas ganz besonderen und einzigartigen.

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Melt! Festival 2011 Review

Melt! Festival 2011 Review

Text und Bilder von Tobias Gruner

Das Melt! liegt nun schon wieder einige Stunden hinter uns. Es wird also Zeit, die Eindrücke zu sammeln und auf Papier zu bringen, ehe diese langsam wieder verblassen.

Meine Reise begann erst Freitag früh, nachdem ich vom „Rockstarleben“ gebeutelt fast ohne Schlaf in den ICE nach Bitterfeld stieg. Eine knapp vierstündige Fahrt lag nun vor mir. Zur gleichen Zeit begab es sich, dass auf dem Zeltplatz in Ferropolis die ersten von der Audiolith Preparty gebeutelten  ihre Zelte verließen. Mir wurde der Luxus zu teil, dass mein Camp bereits stehen sollte, wenn ich ankomme. Der Rest von unserer Gruppe war nämlich bereits Donnerstagmittag angereist. Nachdem mich der Melt! Shuttle Bus die letzten Meter vom Bahnhof in Gräfenhainichen nach Ferropolis gebracht hatte, stand dem besten Festival des Jahres endgültig nichts mehr im Wege. Ich klemmte mir also meine sieben Sachen unter die Arme und machte mich auf zum Pressecounter um mir mein Bändchen sowie den Fotopass für die kommenden drei Tage zu holen.

Viel Zeit um es sich auf dem Zeltplatz bequem zu machen, blieb dann auch nicht mehr. Es war bereits 16 Uhr. Der große Hunger musste fix gestillt werden und dann lag auch schon ein Abend vor mir, der vor guten Acts fast platzte. Pünktlich um 17 Uhr hatten wir uns vor der Mainstage versammelt, um We Have Band zu sehen. Die machten einen durchweg überzeugenden Eindruck und brachten die ersten Füße in Tanzeslust.

Direkt im Anschluss machten wir uns auf den Weg ins Intro Zelt, welches gleichzeitig unsere Heimat für den Großteil des Abends werden sollte. Is Tropical standen auf dem Plan und sollten auch eines der Highlights dieses Tages, ja sogar Wochenendes werden. Wir freuten uns bereits riesig, denn das Debüt Album der drei Jungs hatte uns im Vorfeld bereits kräftig geflasht. Als dann mit South Pacific gleich ein richtiger Kracher als Opener kam, gab es fast kein Halten mehr. Leider wurde die erste Hälfte des Auftritts von einem etwas schlechtem, weil viel zu lautem Sound überschattet. Aber das war in diesem Moment egal, denn mit Hits wie The Greeks, Orange und Lies konnten Is Tropical voll und ganz überzeugen.

Im Anschluss daran machten wir uns auf ruhigere Klänge gefasst. Little Dragon sollten der nächste Act sein, der uns in Verzückung versetzt. Ich bezeichne mich jetzt mal als großen Fan dieser Band und kann mit Recht behaupten, dass mit diesem Liveerlebnis ein kleiner Traum in Erfüllung gegangen ist. Die anfangs erwartete ruhige Gangart sollte aber schnell Geschichte sein, denn die zweite Hälfte des Auftritts glich eher einem Techno Set vom Feinsten. Yukimi, die Sängerin, trat in den Hintergrund und sorgte mit extatischem Tanz und Perkussionseinlagen für Begeisterung. Gleichzeitig legten ihre drei männlichen Bandkollegen eine Spielfreude an den Tag, die das Publikum voll mitreißen konnte. Vollkommen überrascht von dieser Performance und auch leicht durchgeschwitzt machten wie es uns weiterhin im Intro Zelt bequem und warteten auf die nächste Band.

Foster the People sorgten vor allem bei ihren weiblichen Fans schon für Stürme der Begeisterung. Leider gab es technische Probleme beim Soundcheck und somit verzögerte sich der Konzertbeginn um eine halbe Stunde. Da ich schon im Pressegraben saß und wartete, bis es endlich los geht, hab ich komplett vergessen, dass Nicolas Jaar schon parallel spielte. Ich hab ihn also leider komplett verpennt… Schande über mein Haupt! Mittlerweile auch komplett allein unterwegs hörte ich The Naked and Famous auch nur aus der Ferne. Aber ich hab mir von meinen Kollegen sagen lassen, dass der Auftritt spitze gewesen sein soll. Kein Vergleich zu dem lahmen Haufen bei Rock im Park. Dann spielten Foster the People auch ihre ersten Akkorde. Weil mein Zeitplan aber sowieso schon total durcheinander war, beschränkte ich dieses Konzert aufs Bilder machen und rannte nach nur zwei (wirklich guten Liedern) direkt zu FM Belfast.

Ich hechtete durch die Menschenmasse, hörte den ersten Song schon aus der Ferne spielen und sprang in der Hektik einfach auf der falschen Seite der Absperrung in den Pressegraben. Pünktlich wie die Mauerer kam ich also an, musste mir aber einen kleinen Anschiss von der Security abholen. Aber alles halb so wild, denn diese Show entschädigte für alles. Das Publikum war komplett am Ausrasten und feierte alles, was die Jungs und Mädels aus Reykjavik  servierten. Dazu gehörten natürlich die absoluten Hymnen wie Par Avion, Underwear und auch das Rage Against the Machine Cover Lotus. Die Show artete wie erwartet schon fast in trashige aus. Spätestens als dann auch noch Welcome to the Jungle neu interpretiert wurde, verfestigte sich dieser Eindruck. Sympatisch und ausgelassen hüpfte sowohl Band als auch Publikum auf und ab und sorgten für einen Auftritt mit einem Platz in der „Best of my Life“- Kategorie. Wirklich live war hier bis auf den Gesang zwar nichts, aber das störte wohl Niemanden.

Die Anderen hatte ich zwischenzeitlich auch wieder gefunden. Wir brauchten nun etwas Ruhe und gingen wenige 100 Schritte Richtung Mainstage, um es uns auf der Tribüne gemütlich zu machen. The Drums waren gerade voll dabei und brachten Hits, wie Let‘s go Surfing, spielten aber auch neue Lieder. Da ich vorher relativ wenig Gutes über die live Qualität diese Band gehört hatte, lag die Messlatte nicht hoch. Es war dann aber trotzdem viel besser als erwartet. Auf CD gefallen mir die Jungs trotzdem besser… Da ist definitiv noch Luft nach oben!

Wenig Luft nach oben lässt der nächste Auftritt. Robyn enterte die Mainstage und stellte gleichzeitig den Headliner des Abends dar. Spätestens seit ihrer Body Talk Trilogie aus dem Jahr 2010 dürfte sie endgültig in den Pop Olymp aufgestiegen sein. Ich freute mich jedenfalls riesig auf ihren Auftritt. Einem Großteil der anderen Festivalbesucher ging es wohl auch so, denn die Bühne war brechend voll. Als dann mit Fembot gleich einer meiner Lieblingssongs zum Auftakt kam, gab es kein Halten mehr. Musikalisch war der Auftritt eher untere Liga. Ich stecke ihn mal in die Kategorie „Mini Playback Show“ aber Hey, total egal! Das ist ja schließlich Popmusik at it’s Best! Da darf man sampeln und schlecht Playback singen was das Zeug hält. Hauptsache die Show stimmt und das hat sie definitiv getan. Dancing On My Own hatte gigantische stimmliche Unterstützung vom Publikum und blieb mir besonders positiv in Erinnerung.

Langsam schwanden die Kräfte, aber ein Ende des Abends war noch nicht in Sicht. Vorher sollte mit Noze noch ein alter Bekannter auf der Gemini Stage für Stimmung sorgen. Wir haben den sympathischen Franzosen bereits öfters live gesehen. Aber der anstehende Auftritt versprach ein besonderer zu werden. Es sollte nämlich mit Unterstützung einer Band gespielt werden. Ich nahm also wieder meinen Platz im Pressegraben ein und musste kurze Zeit später feststellen,  dass hier etwas nicht stimmt. Das gesamte Monitoring auf der Bühne war ausgefallen. Der arme Nicolas wurde von seinen Bandkollegen allein auf der Bühne im Stich gelassen und versuchte die Lage zu retten. Hinter den Kulissen herrschte emsiges Treiben der Techniker. Auf der Bühne wurde ein kleiner Loop des ersten Songs laufen gelassen, um das mittlerweile pfeifende Publikum etwas in Zaum zu halten. Ich glaube, ich hab selten jemanden so gestresst gesehen! In diesen knapp 25 Minuten Angst, hat der arme Nicolas wohl fast alle seine Zigaretten geraucht und sich mit einer Flasche Sekt beruhigen müssen. Als es dann endlich los ging, waren viele Leute bereits wieder gegangen, bzw. leicht genervt. Somit war die Stimmung weit unter dem Niveau, als sie eigentlich hätte sein müssen. Viel mehr kann ich auch wieder nicht sagen, denn mein Zeitplan war erneut durcheinander. Also musste ich schnell zurück ins Intro Zelt, denn die Crystal Fighters sollten gleich ihren Auftritt beginnen.

Rein optisch machten die Fighters einiges her! Und auch die Songs versprachen live eine ganz schöne Wucht zu werden. Wieder wurden keine Wünsche offen gelassen und das Konzert startete bereits mit einem gewaltigen Kracher. Solar System ging kompromisslos nach vorne und brachte das Publikum zum schwitzen. Natürlich durfte auch der Eskalationshit I Love London in der Setlist nicht fehlen. Mir wurde die ganze Sache aber dann irgendwann zu anstrengend. Ich war ja schließlich schon lange auf den Beinen und konnte diese auch kaum noch spüren. Also beschlossen wir einen Haken an Tag eins zu machen.  Fast alles, was wir sehen wollten, haben wir auch gesehen. Also zurück zum Camp gewankt und dann noch ordentlich bis weit nach Sonnenaufgang den Sack zu gemacht.

Überraschend fit stand ich halb 10 auch schon wieder auf der Matte. Nichts tat weh, nur Durst war in rauen Mengen vorhanden. Also wurde direkt nach der erfrischenden Dusche da angefangen, wo bei Sonnenaufgang aufgehört wurde. Nachdem auch der obligatorische Mittagssnack vom Grill  eingenommen war, ging es dann erstmals ab zum Sleepless Floor.

No Regular Play von der Wolf+Lamb Bande waren gerade fleißig am Werk und begeisterten die Feierwilligen bei strahlendem Sonnenschein mit ihrer ganz eigenen Interpretation von Techno und House. Genau so stellt man sich einen Nachmittag mit Freunden vor. Wie im Jahr zuvor, konnte der Sleepless Floor zu 100% begeistern. Aber es kam die Zeit, da wollte ich auch mal ans Arbeiten denken. Also machte ich mich auf die Socken in Richtung Pressezentrum um ein Paar Bilder und Textschnipsel online zu stellen. Aber Pustekuchen! Das Internet war gerade hoffnungslos down… So viel zum Thema Arbeit. Dann also wieder zurück zum Camp und etwas Mut antrinken für das, was noch kommen sollte.

Um 20 Uhr standen wir dann wieder pünktlich zu The Hundred in the Hands in Reihe eins und wurden vom Duo aus Brooklyn bezaubert. Alle guten Songs des aktuellen Albums wurden zelebriert. Der Sound war großartig. Mehr gibt es da nicht zu sagen. Wirklich solider Auftritt.

Danach statteten wir dem Big Wheel den ersten Besuch des Wochenendes ab. Redshape stellte sein neues Live Projekt Palisade vor und im Anschluss daran versprach Ame ordentlich Stimmung zu machen. Wir tanzten uns also mit allerhand netter Menschen in den Sonnenuntergang und genossen die grandiose Location. Danach klinkte ich mich vorerst aus dem ganzen Trubel aus und bestieg den Bench Bagger, um etwas zu quatschen und ein paar Getränke zu mir zu nehmen. Natürlich sind auch ein paar Fotos der atemberaubenden Kulisse entstanden. Von oben sieht das Melt! schon sehr beeindruckend aus. Unter mir hörte ich die Hits der Streets, die zu diesem Zeitpunkt gerade ihre letzte Deutschland Show performten.

Aber irgendwann zog es mich dann doch wieder zum Partyvolk nach unten. Im Intro Zelt bereiteten sich Pioniere der elektronischen Musik auf ihren Auftritt vor. Ich freute mich bereits sehr, DAF einmal live zu erleben. Es hat schon etwas mystisches eine Band zu hören, die bereits die Jugend deiner Eltern beeinflusst hat. Die Energie, die von der Bühne ausging, steckte das Publikum voll an. Über 30 Jahre alte Stücke wie Tanz den Mussolini wurden von den Leuten geradezu verschlungen.

Danach war wieder ganz kurz Pause angesagt bevor es dann in die letzte Runde für diesen Samstag ging. Also setzte ich mich gemütlich auf die Tribüne der Mainstage und hörte den Editors zu. Eigentlich bin ich ja ein Fan dieser Band aber irgendwie kam ihr Auftritt etwas lieblos daher. Eventuell lag es ja auch nur daran, weil ich schon recht ausgepowert war. Leider spielte dann Totally Enormous Extinct Dinosaurs zeitgleich mit den Crystal Castles. Also mussten wir uns entscheiden und da mich Teed bereits vor zwei Wochen in Nürnberg überzeugen konnte, fiel die Wahl auf ihn. Auch hier gilt das Gleiche wie bisher beim Auftritt aller Künstler: Durchweg gut, super Stimmung, riesen Spaß! Und als ob das alles noch nicht genug wäre, statten wir der Bühne am Desperados Beach noch einen Besuch ab, wo Modeselektor gerade einen Track seines Kollegen Apparat zum Besten gab. Schnell zog es uns aber weiter zu Total Confusion und dort ließen wir dann auch den Abend/Morgen ausklingen. Wann genau ich dann endgültig im Zelt lag, bleibt wohl für immer offen…

Der letzte Tag sollte nicht ganz so anstrengend werden wie die zwei zuvor. In guter alter Tradition enterten wir am frühen Nachmittag den Sleepless Floor und verweilten dort auch recht lange. Ich stattete dann dem Pressezentrum noch einen Besuch ab und konnte tatsächlich sage und schreibe 9 Bilder hochladen… Klasse Leistung! Als ich dann die Intro Kneipe verlies, stand ich auf einmal im Regen. Was für ein Scheiß, dachte ich mir. Also fix Regencape gekauft und zum Zelt zurück. Es sollte nun bis spät in die Nacht hinein nicht mehr aufhören mit regnen.

Das hielt uns aber nicht davon ab die Cold War Kids anzuschauen. Das Publikum scheint es generell recht wenig gestört zu haben. Die Stimmung war weiterhin prächtig. Wieder gab es böse Überschneidungen im Zeitplan. Deshalb war nach knapp der Hälfte bei den Cold War Kids Schluss. Die Bag Raiders standen auf dem Plan. Dieses Konzert war eigentlich das Highlight meines Sonntags. Aber ich muss gestehen: Ich fand es langweilig. Wirklich live scheint hier bis auf den Gesang fast nichts gewesen zu sein. Die zwei Überkracher Shooting Stars und Way back Home hielten aber was sie versprachen. Kein schlechter Auftritt, aber nichts was in Erinnerung bleibt.

Zu dieser Zeit war der Regen so heftig, dass ich den trockenen Pavillon Ben Klock vorzog. Aber lange hielt es mich dann doch nicht am Camp. Ich wollte einfach die letzten Stunden Melt! genießen. Also zog ich mich warm an, schlüpfte in die Gummistiefel und ging zurück zum Gelände. Bodi Bill spielten gerade. Aber auf Grund der Tatsache, dass sie im Zelt spielten, war dieses natürlich bei Regen gnadenlos überfüllt. Der Sound kam mir auch etwas leise vor, also suchte ich nach drei Liedern wieder das Weite, denn ich wollte unbedingt Marcel Dettmann hören. Noch immer regnete es in Strömen. Aber das machte nunmehr gar nichts aus. Ich genoss einfach den extrem energetischen Berghain Techno, tanzte im Schlamm und genoss das sich  im Regen brechende Laserlicht. War auf jeden Fall ein super Erlebnis!

Meine letzte Amtshandlung des Jahres sollte ein Absacker-Bier im VIP  Bereich werden. Hier war die Party auch im vollen Gange. Getrunken wurde Einiges. Lag wohl auch daran, weil der Bereich überdacht ist und VIPs natürlich viel zu fein sind, um nass  zu werden. Als dann langsam die Müdigkeit einsetzte, machte ich mich wieder auf den Weg zum Camp. Ich blieb jedoch bei Pulp hängen, die genau in diesem Moment ihren Hit Disco 2000 zum Besten gaben. Das konnte ich mir natürlich nicht entgehen lassen. Wenig später reichte es aber endgültig und ich verließ das Gelände. Natürlich blieb ich wie jedes Mal noch auf dem Sleepless Floor hängen, wo gerade Chaim seine letzten Platten drehte und Skinnerbox bereits in den Startlöchern standen. Mittlerweile hatte es sogar aufgehört zu regnen. Aber es ging einfach nichts mehr. Ich musste einfach schlafen und das tat ich dann auch.

Das war also mein persönliches Melt! Erlebnis 2011. Man kann es zusammenfassend einfach als überragend bezeichnen. Das beste Festival in Deutschland, wohl auch eines der besten in Europa hat mir mein Herz bereits zum dritten Mal geschmolzen.

Danke Melt!

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Musiktipp für die Woche 28 – MELT! Special Charts

Aus gegebenem Anlass sieht der Musiktipp diese Woche etwas anders und vor Allem ausführlicher aus. Das Melt! Festival öffnet morgen seine Pforten und wir sind natürlich vor Ort. Darum haben wir euch jeweils eine Top 5 Liste unserer liebsten Melt! Hits dieses Jahres zusammen gestellt. Dabei konnten natürlich nicht all unsere Favoriten berücksichtigt werden. Die Auswahl an erstklassiger Musik ist schließlich gigantisch. Aber überzeugt euch selbst!

Charts von Alex

Nicolas Jaar – Stay In Love

FM Belfast – American

Noze – Marabout

Is Tropical – The Greeks

Bag Raiders – Snake Charmer

 

Charts von Tobias

Is Tropical – Lies

DAF – Kebab Träume

Totally Enormous Extinct Dinosaurs – Household Goods

Foster the People – Pumped up Kicks

FM BELFAST-Believe

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