So wars beim Pfingst-Open-Air 2012!
Drei Tage, 6000 feierwütige Bayern, gefühlte 30 Grad und große Namen; das war das Pfingst-Open-Air 2012. Die 31. Auflage und die erste am neuen Standort Salching. Ich war vor Ort und habe dort eine tolle Zeit mit toller Musik und guter Stimmung erlebt.
Donnerstag = Festival-Hauptanreisetag. Nur ich bin noch nicht da und darf noch in der Uni sitzen. Die Stimmung am Campingplatz konnte ich an diesem Tag leider noch nicht mitnehmen.
Freitag: Yeah! Es geht los! Einkaufen – BIIIEEER! – und dann nichts wie ab aufs Gelände, praktischerweise nur 12 km von meinem heimatlichen Wohnort entfernt. Erst einmal Zelt aufbauen und sich das erste Getränk gönnen. Danach: Bändchen abholen. Auf den Campingplatz kommt man auch ohne Bändchen und mit keinerlei Kontrollen; war auch im vorherigen Jahr in Hauzenberg schon so. Finde ich persönlich etwas sehr schwach, denn bei einem bestehenden Glasflaschenverbot sollte man zumindest Stichproben durchführen.
Erste Band war dann für mich Envy, eine schwedische HipHop Kombo. Stimmung schon top, was vielleicht auch am nachfolgenden Cro gelegen haben konnte. Ich war jedenfalls sehr begeistert von den beiden Jungs! Mit 20 Jahren schon so erfolgreich und international unterwegs: Respekt!
Nach Envy betrat Cro die Bühne. Erster Eindruck: ein junger Typ, der mit Panda-Maske die Bühne stürmt und gleich seinen Monster-Ohrwurm/Hit/Hype-Song „Easy“ schmettert. Doch weit gefehlt. Langweilige und einstudiert wirkende Ansagen, ein fettes Ego am Start und unsympathische Art – die Leute feiern es trotzdem und ich hab das Gefühl, dass viele Tagesgäste nur zweckst Cro angereist sind.
Nach Cro leert sich die Fläche vor der Bühne und Russkaja beginnen mit ihrem energiegeladenen Turbo-Polka. Tanzbar, mitreißend und spaßig! Die sieht man sich doch wirklich gerne an. Trotz der deutlich geschrumpften Publikumszahl war die Stimmung aber dennoch top.
Frittenbude, der Freitags-Headliner ist als nächstes an der Reihe. Mittlerweile ist es auch schon dunkel geworden, sodass die Licht-Show noch um einiges besser wirkt. Die bayrische Band – mit Katze, Panda und Delfin im Schlepptau – spart nicht bei kritischen Ansagen – „Fresst die Nazis auf.“ – und regt unmittelbar danach zum Tanzen an. Eine ungewohnte Mischung, die fast aus zu viel Gequatsche bestand. Das Song-Repertoire bestand aus einer Symbiose von alten Hits und neuen Ohrwürmern und die Band ließ es sich nicht nehmen, dem Festival auch als Zuschauer beizuwohnen. Wenn man Glück hatte, konnte man den Jungs nämlich auch privat auf dem Gelände über den Weg laufen.
Mein Programm ging am Samstag weiter. Bei strahlendem Sonnenschein fingen sich wohl viele einen Sonnenbrand ein – so auch ich. Doch nichts desto trotz, Bands haben Vorrang! Ich freute mich schon den ganzen Tag auf meine persönlichen Highlights: Kraftklub und I Heart Sharks.
Doch erst einmal machte Stefan Dettl den Anfang. Super sympathischer Typ, der aber sofort anfing, das neue Gelände in Salching zu kritisieren, was auf Beifall aus dem Publikum stoß. Seine mitreißenden Songs und seine freundlich-verrückte Art überzeugten! Toller Typ, der auch ohne seine Band LaBrassBanda erfolgreich ist.
Die von Ohio nach Bayern gezogenen Simeon Soul Charger rockten im Anschluss die Bühne. Wilde Dreadlocks fliegen durch die Gegend, Hippie-Gitarren werden geschwungen und die Leute findens gut. Mehr braucht man nicht.
Weiter gings mit Mono&Nikitaman, zu denen man wohl nicht groß was sagen muss. Habe sie nun schon zum zweiten Mal live gesehen und sie überzeugen mich jedes Mal wieder. Gute Show, sympathische Band und tanzbare Musik.
Nun endlich! Kraftklub! Was bin ich nur hyperaktiv im Fotograben rumgesprungen, weil ich mich so gefreut hab. Endlich seh ich die Jungs auch auf einer großen Bühne, nachdem ich die Chemnitzer bis jetzt nur vor 200 Leuten in einem kleinen Club in Würzburg gesehen hab. Dort haben sie schon überzeugt und auch vor 5000 Leuten schaffen sie es problemlos. Felix, du Rampensau! Gut, gut, gut! Danke für den tollen Auftritt, ihr macht mich immer wieder glücklich!
I Heart Sharks ließen den Abend mit ihrem stimmigen Indie-Electro ausklingen. Schon von Anfang an hab ich mich auf Pierre und Simon gefreut, die ich als unglaublich nett und freundlich kennen gelernt hab [siehe Interview]. Auch auf einer Festival-Bühne können sie überzeugen. Es freut mich sehr, dass I Heart Sharks nun groß durchstarten; das haben sie verdient.
Es ist Sonntag und damit der letzte Festival-Tag.
Raggabund – die beiden Münchner Jungs – legten los. Reggea mit Dancehall kombiniert. Dass diese Kombination durchaus funktioniert, beweisen die Jungs von Song zu Song.Noch mehr Action gibt’s bei Hoffmaestro. Da wird von links nach rechts die Bühne gestürmt und wieder zurück – und das Publikum gleich mit! So eine ausgelassene Stimmung und Mitmach-Laune erlebt man gerade eben zum ersten Mal.
Bei den Orsons pocht wieder Hip Hop aus den Boxen. Mitreißend und eingehend!
Mit Totally Enormous Extinct Dinosaurs geht das Wochenende zu Ende. Was für eine Licht-Show, was für eine Stimmung. Wer bei TEED nicht das Tanzbein geschwungen hat, mit dem kann etwas nicht stimmen. Auch wenn TEED nur hinter seinen Turntables steht, er begeistert. Und diese Begeisterung schwappt auch auf die letzten Festival-Gäste noch über. Ein überragender Abschluss!
Fazit:
Ein wunderbares Festival, wieder einmal. Man kann das neue Gelände in Salching jedoch nicht mit dem ehemaligen Platz in Hauzenberg gleich setzen, dennoch sprechen die Organisatoren von einem großen Erfolg. Überschattet wurde das Festival jedoch von zwei Gas-Explosionen, wo jedoch super schnell reagiert wurde. Wenn man diverse kleine Mängel, wie die geringe Anzahl der Toiletten/Dixies und Duschen, sowie die Anfahrt zum Parkplatz mit dem Auto, noch ändert, wird auch das 32. Pfingst-Open-Air im nächsten Jahr wieder ein voller Erfolg! Ich jedenfalls freue mich schon darauf und danke noch einmal den Organisatoren ganz herzlich für dieses tolle Festival und die kooperative Zusammenarbeit!
























