Kurz Review: Jägermeister Wirtshaus Tour Nürnberg
Nürnberg, es steht wirklich ernst um dich. Wie kann es sein, dass in einer Stadt, die sich “Metropole” nennt einfach nichts los ist? Kaum serviert man den Menschen Kaviar verschmähen sie diesen und stürzen sich lieber auf das Aas.
Genau so geschehen gestern Abend. Das Jägermeister Wirtshaus gastierte in Nürnberg mit wirklich erstklassigen Acts an Bord. Aber niemand wollte sich so recht hinterm Ofen hervor locken lassen. Ich kann mit Sicherheit sagen, dass dieser Umstand nicht der Qualität der Veranstaltung geschuldet war. Mittlerweile lebe ich lange genug in Nürnberg um zu wissen, dass dies leider Dauerzustand ist.
In dieser Stadt scheint es einfach nur Extreme zu geben wie mir scheint! Auf der einen Seite Leute, die auf “harte” Rockmusik stehen, dann wiederum die R’n'B/Elektro/Charts Fraktion und in der anderen Ecke die auf 90er Jahre Techno hängen gebliebenen. Wo bleibt da die moderne Popkultur? Wo bleiben die Alternativen? Die Szene ist so klein, dass man in einer “Metropole” jedes Wochenende dieselben Menschen beim Weggehen trifft. Habt ihr alle Angst vor etwas Neuem? Da stimmt doch irgendwas nicht…oder?! Liegt es an der fränkischen Mentalität oder was ist der Grund dafür, dass ich bei Konzerten nur mit 20 anderen Menschen im Raum stehe? Wo bleibt der Rest? Die können doch nicht jeden Tag im Planet/WON/Loop und wie sie alle heißen rumhängen.
Wie dem auch sei, ich hab genug gejammert. Nun soll der gestrige Abend inhaltlich noch etwas beleuchtet werden.
Los ging‘s für uns um kurz nach 19 Uhr, als wir uns im Biergarten der Lederer Brauerei einfanden. Kurze Zeit später teilten wir uns eine Bierbank mit Orlando Higginbottom alias Totally Enormous Extinct Dinosaurs und entlockten ihm im Interview ein paar sehr interessante Aussagen. Das komplette Interview lest ihr in Kürze genau an dieser Stelle.
So viel sei verraten, die deutsche Biergarten Kultur und natürlich das deutsche Bier wurden durchweg gelobt! Danach stand dann das Buffet auf dem Programm. Wir staunten nicht schlecht, als wir riesige Schäufele erblickten und schlugen uns prompt den Bauch bis Anschlag voll ![]()
Zu dieser Zeit schien draußen parallel die Welt unter zu gehen, denn ein Gewitter hatte sich über Nürnberg festgesetzt. So kam drinnen romantische Wirtshaus Atmosphäre auf. Wirklich sehr nett! Allgemein kann man sagen, dass die Location wie die Faust aufs Auge gepasst hat. Rustikale Einrichtung, fränkische Küche und leckeres selbst gebrautes Bier vom Fass. So stellt man sich das vor!
Nebenan wurden dann schon die ersten TrashPop Beats von Dominic Pohlmann auf die (leider leere) Tanzfläche los gelassen. Danach sollte das Nürnberger DJ Duo Optimus Maximus für Stimmung sorgen, aber die Tanzfläche blieb immernoch größtenteils leer. Die Leute genossen viel lieber das gesellige Beisammensitzen samt Kicker, Tischtennis, Darts und Jenga.
Erst als dann um kurz vor 12 Totally Enormous Extinct Dinosaurs die Stage enterte war der Dancefloor gut gefüllt. Die Stimmung war durchweg sehr gut. Nach den Startschwierigkeiten des Publikums hatte ich schon böses geahnt (siehe Absatz oben). Aber scheinbar wurde der Nerv der Nürnberger Feierkultur ganz gut getroffen. Allen, die da waren hat es auch super gut gefallen. Wahrscheinlich kann man hier das gute alte Sprichwort “Was der Bauer nicht kennt, frisst er auch nicht” anbringen. „Totally wer? Jägermeister Wirtshaus? Is bestimmt doof, da geh ich nich hin…“
Den Auftritt von Totally Enormous Extinct Dinosaurs in Worte zu fassen fällt etwas schwer. Deshalb gibt es an dieser Stelle zwei Videos für euch.
Wie das bei live Acts so der Standard ist, war nach knapp 45min die Show auch schon wieder vorbei und D.I.M. übernahm das Ruder. Dazu kann ich nicht viel sagen. Ist halt Elektro/Techno Zeugs aus dem Hause Boys Noize Records. Und genauso kompromisslos, wie der Boys Noize Trademark Sound eben ist, war auch dieser Auftritt. 100% auf den Dancefloor, ohne Rücksicht auf Verluste. Wie gesagt, ganz Nett aber nicht mein Fall. Zu dieser Zeit verließen die meisten Gäste das Wirtshaus auch schon wieder. Ich blieb noch etwas, quatschte mit alten und neuen Bekannten, trank den ein oder anderen Jägermeister und machte mich letztendlich im Regen auf den Weg nach Hause (denn in der “Metropole” schließen die U-Bahnen pünktlich kurz vor 1 ihre Türen…).
An dieser Stelle geht noch ein Gruß raus an den Mann am Mischpul: Das nächste Mal bitte etwas leiser, ok?! Danke!
Es war auf jeden Fall wieder ein sehr geiler Abend. Jägermeister weiß einfach, wie man gute Partys feiert. Deshalb freuen wir uns schon wieder tierisch aufs nächste Mal wenn uns das Wirtshaus zu sich ruft.
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