I’m Not A Band – Band Band

I’m Not A Band – Band Band

Mit einem großartigen Album und ausgiebiger Tour stehen I’m Not A Band in den Startlöchern. Wir haben die Band bereits kennengelernt und waren begeistert.

Hier war vor einiger Zeit eigentlich ein Interview  geplant. Doch wie das Leben so spielt, hat uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung gemacht. Das aufgenommene Interview wurde durch das Rocken am Brocken Jahrhundertgewitter leider zerstört. Das hat man davon wenn man sich als semi-professionelle  Presseleute wie wir es sind, nicht mal ein Hotelzimmer leisten kann. Nichtsdestotrotz haben die beiden Interviewpartner Stephan und Kassandra einen sehr positiven Eindruck hinterlassen und ein hervorragendes Album herausgebracht. Wir haben das Teil ausgiebig gehört und sind begeistert.

Mehr

Is Tropical – Native to

Endlich, es ist Sommer. Die Temperaturen steigen und die Gemüter erhitzen sich. Von tropischen Zuständen sind wir in Deutschland aber noch weit entfernt. Das kann auch die Frauenfußball WM nicht wirklich ändern…

Aber zum Glück kommt genau im richtigen Moment das Indie-Elektro Trio Is Tropical aus London mit ihrem neuen Album daher. Die drei jungen Musiker formierten sich erst 2009 und bringen seither viele Kritiker zu überschwänglichen Lobgesängen. Das französische Label Kitsune ist sofort auf die Jungs aufmerksam geworden und veröffentlicht nun ihre Musik. So natürlich auch Native to, um das es hier gehen soll.

Nach dem Druck auf die Play Taste donnert  das erste Gitarrenriff vom Opener South Pacific aus den Boxen. Kitsune Fans dürften den Song bereits von der Label Compilation 10 aus dem Jahr 2010 kennen. Seitdem hat er aber keinerlei Faszination eingebüßt. Wunderschön, flockig leichte Synthesizer Melodien, die einen davon tragen, bevorzugt in den Süd Pazifik natürlich. Die Textzeile „We are falling so far from Now“ dürfte ja wohl alles sagen. Pop at its best!

Nach einem kleinen Zwischenspiel  nimmt Land oft the Nod voll Anlauf und geht direkt in die Füße jedes tanzwilligen Elektro Pop Fans. Krachende Synthi Bassline, waschechte Pop Melodie und Vocals mit Wiedererkennungswert. Das ganze klingt so frisch und fröhlich, dass jede Regenwolke schnell das Weite sucht.

Nummer 3 auf dem Album ist der Song Lies. Bereits nach dem ersten Mal anhören wusste ich, das ist mein favourite Track auf der CD. Von vorne bis hinten einfach nur catchy und eingängig. Genügend Potential um jede Indie Disko ordentlich zum Eskalieren zu bringen aber trotzdem Massentauglich. Der Feldversuch wurde bereits  letztes Wochenende auf einem kleinen Dorffest unternommen. CD geschnappt, Lied gewünscht und die Tanzfläche war voll mit Disco Fox tanzenden Damen und Herren sowie Jungs und Mädels. ACHTUNG MEGAHIT GEFAHR!

Einen solchen Einstieg in ein Album hab ich echt selten gehört. Drei Songs auf extrem hohem Niveau, kurzweilig aber dennoch fesselnd und absolut Partytauglich. Da schließt der nächste Track, The Greeks, auch nahtlos an. The Greeks ist die zweite Single der Band und bringt eine etwas andere Instrumentierung mit sich. Die Gitarre (auf Griechisch getrimmt) wird von allerhand Synthesizer begleitet  und baut ein leicht mediterranes Flair auf. In mir werden beim Hören immer wieder Erinnerungen an die guten Zeiten von Digitalism geweckt… vielleicht geht’s euch ja da genauso?!

Fast unbemerkt vollzieht sich der Übergang zu What??? Wieder ein solider Popsong aber ohne große Schnörkel und leider auch mit weniger Wiedererkennungswert. Aber immerhin eine nette Parole in der Hook, die jeder spätestens beim Zweiten Mal mitgrölen kann. Die „Temptaion to be good“ steckt ja schließlich in jedem von uns.

Zum nächsten Song gibt’s wieder eine kleine Anekdote. Erstmals hörte ich das Album, als ich im Auto unterwegs war. Meine Oma saß auf der Rückbank und musste diese ganze „neumodische Musik“ über sich ergehen lassen. Aber ich war überrascht, dass sie gar nicht meckerte. Im Gegenteil! Als die ersten Takte von Clouds aus den Boxen schallten, sagte sie nur: „Das is bis jetzt es scheenste Lied. Da kann man wenigstens tanzen!“. Und so ist es in der Tat. Mit einem Beat, wie direkt aus Silbereisens Rentner Show, grooved Clouds über die Tanzflächen diese Welt. Die Vocals nehmen einen mit in die wolkigen Höhen des Himmels und lassen einen alle Sorgen vergessen.

Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich beim Hören des Albums selten über Titel 6 hinaus komme. Das liegt daran, weil diese 6 Songs einfach so gut sind, dass man sie immer wieder hören muss! Aber ihr wollt natürlich alles wissen, also geht’s weiter mit Titel 7. Der heißt I’ll take my Chances und hat die ersten Indie typischen Gitarren im Gepäck. Der Song ist im Ganzen auch das, was man am ehesten von einer Indie Elektro  Band erwartet. Nämlich kurzweilige Gitarrenmusik untermalt mir etwas Synthi Gedudel. Genau dieser Stereotyp wird auch bedient. Wieder auf hohem Niveau. Da gibt es nichts zu meckern!

Auch bei Oranges gibt’s nichts zu Meckern. Man merkt, dass in der zweiten Hälfte des Albums die Gitarre vermehrt zum Einsatz kommt. Das tut gut, denn so nutzt sich die permanente Synthesizer Beschallung nicht so schnell ab. Oranges kommt dann überraschend mit einem wunderschönen Refrain untermalt von einer Gitarre. Beschreiben fällt mir da sehr schwer, also hört am besten selbst.

Der nächste Track trägt den Titel unserer wunderschönen Hauptstadt Berlin. Erstmals werden etwas ruhigere Töne angeschnitten. Eine nette Abwechslung zu dem ganzen Krach, der bisher veranstaltet wurde. Und wieder wird man in eine andere Welt mitgenommen, wenn mit der Zeile „I let myself go“ und sphärisch schwebenden Synthi Lead Sounds zum kollektiven Schweben angeregt wird.

Dann vollzieht sich ein äußerst kontrastreicher Sprung zum nächsten Hit. Think We’re Alone hat einen Gitarrenloop an Bord, der nur einen Zweck hat. Nämlich gute Laune und Tanzbarkeit. Viel vermag ich auch hier nicht zu sagen. Außer – super gemacht!

Die letzten zwei Titel des Albums, Zombies und Seasick Mutiny fasse ich jetzt mal als nette Dreingabe zusammen. Sie fügen sich irgendwie nur schwer in das Gesamtbild des Albums ein und können auch musikalisch nicht so recht mithalten. Seasick Mutiny ist gleichzeitig das einzige rein instrumentale Stück der Platte. Insofern eigentlich kein schlechtes Ende für eine überaus gelungene Platte. Tropisch geht es in jedem Fall zu. Wer da keine gute Laune bekommt, dem ist wohl nicht mehr zu helfen. Genügend potentielle Lieblingslieder sind auf jeden Fall dabei. Da kann sich jeder sein ganz persönliches aussuchen.

Wir freuen uns schön tierisch, wenn Is Tropical beim Melt! Festival in zwei Wochen in Ferropolis zu Gast sind. Dann werden wir mit Sicherheit irgendwo ganz vorne stehen, schwitzend im Sonnenschein durch die Gegend hüpfen und Hooklines grölen!

Bis dahin,

schönen Sommer!

8/10 Punkte

Mehr

FM Belfast – Don’t Want To Sleep

Seit nunmehr zwei Wochen sind unsere lieblings Elektro-Popper aus Reykjavik wieder da und haben ihr neues Album Don’t Want To Sleep im Gepäck. Die Erwartungen nach dem überaus gelungenen Debüt von 2008 waren überaus groß. Deshalb habe ich mir auch etwas länger Zeit genommen, um ausreichend lang in dieses Werk reinhören zu können.
Nochmal zur Erinnerung für alle Neueinsteiger: FM Belfast sind vier Freunde, deren Namen den Umfang der deutschen PC Tastatur sprengen, die sich 2005 eher aus Spaß zum Musik machen fanden. Unerwartet bekamen sie enorm gutes Feedback für ihre Werke und beschlossen, weiter zusammen Musik zu machen. Heraus kommt dabei allerlei tanzbarer Elektropop mit eingängigen Casio-Keyboard-Melodien und Mitsing-Hooklines. Klassiker wie Par Avion und Underwear dürfen heute in keiner Indie Disco mehr fehlen.

Nun widmen wir uns aber endlich dem neuen Album.
Eröffnet wird es mit einem Klaviersolo im Song Stripes. Kurz darauf setzen die typischen Synthesizer und Vocals der Band ein. Der Einstieg ist geschafft. Mit Bravour wird zum Start in ein großartiges Dancefloor Album angesetzt.
Mit Klavier an Bord geht es sofort weiter. Amarican ist ein Song, der unmissverständlich den FM Belfast Stil durchzieht. Zugleich gibt’s den ersten Refrain zum Mitsingen auf Hörers Ohr.

Gefolgt wird dieser Ohrwurm von Believe. Eine Melodie, wie aus einem 80er Jahre Computerspiel Klassiker, leitet einen der besten Songs des Albums ein. Hier stimmt einfach alles, von Melodie über Gesang bis zum Dancefloor Faktor. So sollte eigentlich jedes Album beginnen!
Danach werden etwas ruhigere Töne angeschlagen. Auch in Mondays zieht sich die Klavierbegleitung durch den gesamten Song. Aber auch die Synthesizer kommen nicht zu kurz und schaffen ein breites Klanggerüst, welches vom Bass bis zu flächigen Leadsounds reicht.
We Fall macht dann wieder Schluss mit der vorläufig eingekehrten Ruhe. Dieses Mal sind sogar Trompeten mit an Deck und untermalen die brachiale Synthi Bassline. Natürlich ist auch wieder Mitsingen angesagt. Der nächste große Tanzflur Börner lässt sich nicht lumpen.

Übergeleitet wird ohne große Umwege in die erste E-Gitarre auf dem Album. Noise macht seinem Namen alle Ehre und grooved mit seinem fast schon psychedelischen Vocals gemütlich aus den Boxen. Neben Disco Eskalation ist also auch einiges an Abwechslung geboten. Noch ein Pluspunkt auf der Haben Seite!
Nun sind wir wohl an der Stelle, an dem sich erste Hörer schon so verausgabt haben, dass sie langsam müde werden. Und genau deshalb wird der Album Titeltrack I Don’t Want To Go To Sleep Either nach geschoben. Hier schläft garantiert niemand ein, denn überaus tanzbar und catchy wir uns dieses Stück ums Trommelfell gefetzt. Das Konzept geht voll auf. Wer dennoch eingeschlafen ist, der hat in der Euphorie des Tanzes wahrscheinlich versehentlich den Mute Knopf seiner Anlage betätigt…
Zeit zum Verschnaufen bleibt auch im letzten Viertel nicht. Vertigo platzt fast vor krachendem, flächigem Synthesizer Sound, samt Disco Clap, Trompete und einprägsamen Gesang.

In Line ist dann der einzige Song auf dem Album, mit dem ich mich nicht anfreunden kann. Irgendwas fehlt hier, bzw. stört mich. Wenn ich herausgefunden habe was es ist, dann lasse ich es euch gerne wissen! Zum Glück wird er dann von New Year abgelöst. Vielleicht ist euch dieser Song schon bekannt, denn er wurde vorab als gratis Download veröffentlicht. Viel zu sagen gibt’s da nicht. Schlicht und einfach wieder alles richtig gemacht!
Nach 11 Titeln ist der ganze Krawall auch schon wieder vorbei. Happy Winter erinnert mich mit seiner Snare irgendwie an Hits von Scooter. Eins steht fest, FM Belfast müssen sich mit der Textzeile “This Year is making me fear” sicher keine Gedanken machen, denn dieses Jahr wird sicher wieder ein gutes!

Das Album ist überaus gelungen und knüpft genau da an, wo 2008 aufgehört wurde. Die Songs sind durchweg auf sehr hohem Niveau. Leider ist aber kein “Überhit” dabei, wie es in vergangenen Tagen der Fall war. Vielmehr stimmt einfach das Gesamtpaket. Ein Dancefloor Album ohne große Kompromisse. Das Rad wurde zwar nicht neu erfunden, aber das muss ja auch nicht immer sein. Altes Konzept aber trotzdem frische Musik.
Wir freuen uns schon, wenn FM Belfast dieses Jahr noch einige Festival Gigs in Deutschland abliefern. Denn live sind die Jungs und Mädels mit einer riesen Gruppe von bis zu 40 Leuten auf der Bühne unterwegs.

Zum Schluss die drei schönsten Worte der Welt: Daumen hoch. Kaufen!

8/10 Punkte

Mehr

Java Guidi, frischer Wind aus der Hauptstadt

Kennt von euch eigentlich noch irgendwer Uffie oder Peaches?!
Diese zwei Elektro-Pop-Rotzgören sind Musterbeispiele für einen Trend, der mittlerweile hinter uns liegenden 0er Jahre.
Nun wird es Zeit, das etwas in Vergessenheit geratene Genre wieder mit neuem Elan zu beleben!
Abhilfe kommt prompt von Java Guidi aus Berlin. Mit ihrer neuen Single “Addicted” zeigt sie unmissverständlich, wohin der Sound auf dem im Juni erscheinenden Album “Stop Dying” geht.

Vorhören könnt ihr das Ganze natürlich jetzt schon und zwar genau HIER.
Seid ihr auf den Geschmack gekommen? Holt euch den The Bombjack Remix von Addicted als Gratis Download!
Zu kaufen gibts das Ganze natürlich auch. Hier geht’s lang…

Addicted – Seiith vs Don Summer RMX

Java Guidi – A D D I C T E D (Seiith vs Don Summer RMX) from DSQT on Vimeo.

Promo Video

Mehr