New Found Land – New Found Land

New Found Land – New Found Land

Wir erzählen euch nichts Neues, wenn wir sagen: Schweden ist die heimliche Hochburg der Popmusik. In den vergangenen Jahren kamen immer mehr Künstler aus dem hohen Norden zu uns und haben meist mit traumhaft schöner Popmusik bezaubert.

Auch die mittlerweile zur Wahlberlinerin gewordene Schwedin Anna Roxenholt gehört zu dieser jungen und frischen Künstlerriege. Mit ihrem nunmehr dritten Album „New Found Land“ bestreitet sie neue Wege. Und das in mehreren Hinsichten.

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The Rapture – In The Grace Of Your Love Plattenkritik

The Rapture – In The Grace Of Your Love Plattenkritik

Nunmehr drei Wochen nach Erscheinung wird es endlich Zeit, dass ich auch meinen Senf zum dritten The Rapture Album gebe. Vor einigen Wochen bereits hatte sich die Single „How Deep Is Your Love“ in meinen Plattenkoffer geschlichen und seither einige Einsätze auf dem Dancefloor erlebt.

Da lag es nahe, sich auch auf das angekündigte Album der Jungs aus New York zu freuen. Außerdem verhieß eine Veröffentlichung auf DFA Records bereits im Vorfeld nur Gutes. Das Label hatte sich spätestens in diesem Jahr einen festen Stammplatz in meinem Herzen erspielt. Die Alben von Holy Ghost, Planningtorock und YACHT sowie Singles von Benoit & Sergio und The Crystal Ark gehören zu den Highlights des musikalischen Jahres 2011. The Rapture sind also in guter Gesellschaft. Eigentlich betreten sie auch gar kein Neuland, denn bereits vor 8 Jahren bestritten sie ihr Debüt auf DFA. Damals revolutionierten sie Postpunk und schenkten der Szene ihre erste große Hymne “House Of Jealous Lovers“. Aber diese Zeiten sind verdammt lang her und man will sich auch nicht an die Vergangenheit klammern. In der Zwischenzeit hat sich Einiges in der Band getan. Man schrumpfte vom Quartett zum Trio, denn die Differenzen bei den Aufnahmen zum neuen Album waren einfach zu groß geworden. Die Suche nach dem neuen Stil kostete ein Bandmitglied, aber die drei verbleibenden haben eine überzeugende Mischung aus Indie-Discopop-Rave-Hymnen geschaffen.

Sail Away zeigt vom ersten Akkord an, wohin die musikalische Reise gehen soll. Flächige Synthesizer Sounds, dazu etwas Gitarre und ein auf Dancefloor getrimmtes Schlagzeug. Das alles glasklar abgemischt und auf das Wesentliche reduziert. Dennoch ist der Song emotional bis in die Spitzen geladen. Eine wirkliche Songstruktur ist dabei nicht vorhanden. Muss sie aber auch nicht, denn dieser Opener macht auch so alles richtig. Dieses Sail Away hat übrigens nichts mit dem Jingle hinter dem bekannten Segelschiff aus der Becks Werbung zu tun ;)

Als Überleitung folgt nun eine kleine Saxophon Improvisation, die sich fast nahtlos zum nächsten Song weiterentwickelt.
Mit Miss You rückt dann erstmals der Gesang in den Vordergrund. Der kann auf ganzer Linie überzeugen. Dazu noch eine einprägsame Synthi Hook und ordentlich Bassunterstützung aus der Gitarre. Fertig ist ein solider Song, mit dem ich aber trotzdem nicht so richtig warm werde.
Jetzt wird’s das erste Mal „Indie“. Blue Bird bringt die volle Ladung Gitarrensound und Vocal auf Tonlagen a la MGMT. Weiß auf jeden Fall zu überzeugen und ist vom Arrangement her vielseitig, da sich musikalisch recht unterschiedliche Parts abwechseln, um sich dann in einem großartigen Finish zu entladen. Den Vocal-Fetzen „I See You On The Other Side“ gibt es immer wieder auf Repeat bis die letzten Akkorde auf der effektverzerrten Gitarre verklingt.
Danach ist rapider Stilwechsel angesagt. Die Dancefloor Polka Come Back To Me pumpt die Bässe aufs Feinste aus den Boxen. Die folkloreartige Instrumentierung trägt ihr Übriges zur Stimmung bei. Dieses Lied ist gute Laune pur und gehört zu den besten Stücken des Albums. Auch weil es einen anderen Ansatz verfolgt als der Rest der Songs. Eine Ernüchterung bleibt jedoch. Zur Mitte hin gibt es einen unerwarteten Break, der einen stilistisch total anderen B-Teil einleitet. Bis auf die Bassdrum und den Gesang wird alles über den Haufen geworfen. Kommt unverhofft aber leider auch wenig überzeugend. Deshalb am besten am Break die Skip Taste betätigen und wunschlos glücklich sein!

Direkt im Anschluss wartet der titelgebende Song In The Grace Of Your Love auf den Hörer. Dieser nimmt in erster Linie das Tempo aus dem doch bis jetzt sehr schwungvollen Album. Wieder wird viel Wert auf Gesang gelegt. Die Synthesizer werden Richtung Orgel getrimmt. Dazu gibt’s Bass aus der Gitarre. Der Song erinnert mich vom Stil her etwas an klassische House Musik, nur der Rhythmus geht nicht ganz konform. Allerdings bin ich nicht so recht überzeugt. Wenn ich einen schlechtesten Song des Albums auswählen müsste, dann wäre es wohl dieser.
Es geht smooth weiter mit Never Die Again. Die Instrumentierung ist klassisch Indie Band. Der Song kommt extrem cool ums Eck gegrooved, die Hook wird von Blechbläsern untermalt. Ein guter Song, den aber das letzte Fünkchen Ideenreichtum und Eingängigkeit fehlt. Schade, da wäre noch mehr drin gewesen!
Und wir bleiben weiterhin in Mittelmäßigkeit stecken. Roller Coaster startet mit einem verheißungsvollen Gitarrenriff, verkommt dann aber schnell zum belanglosen Singalong mit Kinderlied Charakter. Jetzt muss es doch aber langsam wieder besser werden oder?!
Tatsächlich, der erlösende Paukenschlag! Children ist eine Indie Hymne wie sie im Buche steht. Hier passt einfach alles. Von den rotzigen Gitarren über die flächigen Synths bis zum Gesang. Dieser Song hat definitiv Hit- bzw. Lieblingsliedcharakter. Das entschädigt auf jeden Fall für die kurze Durstrecke der letzten Songs.

Haben The Rapture nun ihren Weg gefunden? Das wissen sie wohl selbst nicht, dass beweist auch der Titel des nächsten Stücks Can You Find A Way?. Leider sinkt das Niveau jetzt wieder merklich. Liegt aber auch daran, weil es schlicht schwer ist, an einen Song wie Children anzuknüpfen. Wie so oft auf diesem Album ist wieder keine eindeutige Struktur zu erkennen. Man meidet bewusst den klassischen Song Aufbau und konzentriert sich eher auf ein Thema, welches kontinuierlich entwickelt wird. Weder Gut, noch Schlecht, noch von Großen Wert für die Ewigkeit.
Noch ist aber nichts verloren, denn endlich steht das Highlight des Albums ins Haus. Wie bereits in der Einleitung angekündigt, wurde How Deep Is Your Love? im Vorfeld als Single ausgekoppelt. Zurecht! Wie man ohne Zweifel sagen kann. Der Song macht definitiv alles richtig. Piano, fette Drums, Housevocals und krachender Synthesizer. Dazu diese Melodie, die einfach direkt ins Ohr geht. Ganz großes Tennis! Dieses Lied sollte man am besten selbst hören, denn geschriebene Worte beschreiben die Energie des Songs niemals in vollem Maße.

Nach voller Ladung Dancefloor wartet nun noch ein richtig chilliges Closing auf den Hörer. It Takes Time To Be A Man kommt sau cool mit Piano und Gitarre daher und lädt zum Schmusen auf der Tanzfläche ein. Irgendwie geiler Song, um mit Sonnenbrille auf der Nase im Citroen C2 mit Ellenbogen aus dem Fenster am Nollendorfplatz zu cruisen ;)

Es ist also doch nochmal alles glimpflich gelaufen. Nach eher schwachem Mittelteil, kann das Album nach super Eröffnung auch im Abgang viele Punkte sammeln. Eine uneingeschränkte Empfehlung kann ich leider nicht geben, so gerne ich das auch tun würde. Jeder muss selbst entscheiden, ob er mit dem Album warm wird oder sich lieber die 3-4 richtigen Kracher einzeln als mp3 kauft. Ich bereue es auf jeden Fall in keiner Sekunde und freu mich schon auf viele coole Partys mit The Rapture auf dem Tanzflur. Bestimmt wird uns auch noch eine Flut an Remixen mit allerhand tanzbaren Interpretationen beglücken.

7/10 Punkte

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Little Dragon – Ritual Union Plattenkritik

Little Dragon – Ritual Union Plattenkritik

Die vier überaus sympathischen Schweden von Little Dragon sind seit Ende letzter Woche mit ihrem neuen Album Ritual Union zurück in der Welt des Pop und interpretieren das Genre ganz nach ihrem eigenen Geschmack.

Vor wenigen Jahren noch, war die Musik von Little Dragon wohl eher etwas für Sound-Nerds. Schwer zugänglich waren die Songs, die man eigentlich eher als Tracks bezeichnen sollte und ausgeklügelt die Arrangements. Otto Normal Hörer hat das wohl eher abgeschreckt. Aber bereits im letzten Album Machine Dreams blitzte die Mainstream Tauglichkeit von Elektro Pop immer öfter auf.

Nun, im neuen Album ist man den Weg konsequent weiter gegangen. Ein Großteil der Titel auf der Platte ist klassische Popmusik. Die Songs sind übersichtlicher gestrickt. Man setzt konsequent auf Minimalismus, denn weniger ist bekanntlich auch des Öfteren mehr! Man muss eine Little Dragon Scheibe nun nicht mehr 20 Mal hören, um all ihre Facetten zu erkennen und in die Schönheit der Songs einzutauchen. Das Album eignet sich auch einfach für den Konsum Zwischendurch. Auf der anderen Seite steht aber weiterhin eine ausgeklügelte Struktur der Lieder. Das ist keine stumpfe Lady Gaga Musik. Und das wird sie auch hoffentlich nie werden. Schon allein die Tatsache, dass Yukimi wirklich Singen kann und ihre drei männlichen Bandkollegen ihre technischen Spielereien wirklich beherrschen, unterscheidet sie von „Pop Sternchen“ unserer Ära. Außerdem ist man bewusst „anti Cool“ und bringt so den schwedischen Charme gekonnt rüber.

Songs wie Ritual Union zeichnen sich durch clevere Melodieverläufe aus, bleiben aber gleichzeitig überschaubar und gehen ins Ohr. Dazu wunderschöne Vocals von Yukimi und eine Eingängigkeit, die Radiotauglichkeit besitzt. Tanzbar geht es auch in Little Man zur Sache. Der Song wurde vor einigen Monaten bereits als Demo im Netz veröffentlicht und hat seither ein dezentes aber sehr angenehmes Feintuning hinter sich gebracht. Durchdachtes Basslining und nette Retro-Synths bringen eine enorme Leichtfüßigkeit in den Song. Auch Shuffle A Dream geht diesen Ansatz konsequent weiter und nimmt die Verspieltheit alter Little Dragon Klassiker wie Runabout wieder auf, wirkt somit erwachsen und durchdacht bis zum kleinsten Detail. Apropos Details: Das Album strotzt nur so vor filigranen Schnörkeleien (besonders perkussiver Art). Liebevoll produziert schmiedet sich alles zu einer homogenen Einheit zusammen ohne jemals deplatziert zu wirken. Die großen Momente des Albums werden bei Please Turn weiter geführt. Besonders die Hook in dem Song weiß zu gefallen. Ein klasse Synthesizer Arpeggio untermalt von der wunderschönen Stimme Yukimis begeistert einfach.

Zwischen diese eher auf den Dancefloor zielenden Stücke wurden immer wieder langsamere Tracks gesät. Diese verfolgen einen anderen Ansatz und werden wohl Little Dragon Freunde der ersten Stunden ansprechen. Crystalfilm bildet da eine Art Brücke zwischen Pop und Experimental. Eingängigkeit trifft Reduziertheit und Stimme ohne befremdlich zu wirken. Auch Precious schlägt diesen Kurs ein. Der Basslauf aus dem Synthesizer dominiert diesen Track und wird von organischem Schlagzeugklang untermauert. When I Go Out driftet dann weit ins Experimentelle und Ambient ab, ohne dabei zu überfordern. Alles bleibt geordnet ohne aber zu vorhersehbar zu sein.

Genau so lässt sich wohl das gesamte Album recht gut charakterisieren. Jeder Klang hat seinen festen Platz, jeder Melodieschnipsel, jedes gesungene Wort seine Berechtigung. Man sollte kein Überalbum erwarten. Ritual Union ist eine logische Konsequenz, die sich aus der Entwicklung der Band ergibt. Man wird tanzbarer, eingängiger. Aber ohne seine Wurzeln zu vergessen. Man liefert hochkarätige Popmusik ohne stupide Scheiße zu servieren. Und genau so wollen wir das doch, oder?

7.5/10 Punkte

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Is Tropical – Native to

Endlich, es ist Sommer. Die Temperaturen steigen und die Gemüter erhitzen sich. Von tropischen Zuständen sind wir in Deutschland aber noch weit entfernt. Das kann auch die Frauenfußball WM nicht wirklich ändern…

Aber zum Glück kommt genau im richtigen Moment das Indie-Elektro Trio Is Tropical aus London mit ihrem neuen Album daher. Die drei jungen Musiker formierten sich erst 2009 und bringen seither viele Kritiker zu überschwänglichen Lobgesängen. Das französische Label Kitsune ist sofort auf die Jungs aufmerksam geworden und veröffentlicht nun ihre Musik. So natürlich auch Native to, um das es hier gehen soll.

Nach dem Druck auf die Play Taste donnert  das erste Gitarrenriff vom Opener South Pacific aus den Boxen. Kitsune Fans dürften den Song bereits von der Label Compilation 10 aus dem Jahr 2010 kennen. Seitdem hat er aber keinerlei Faszination eingebüßt. Wunderschön, flockig leichte Synthesizer Melodien, die einen davon tragen, bevorzugt in den Süd Pazifik natürlich. Die Textzeile „We are falling so far from Now“ dürfte ja wohl alles sagen. Pop at its best!

Nach einem kleinen Zwischenspiel  nimmt Land oft the Nod voll Anlauf und geht direkt in die Füße jedes tanzwilligen Elektro Pop Fans. Krachende Synthi Bassline, waschechte Pop Melodie und Vocals mit Wiedererkennungswert. Das ganze klingt so frisch und fröhlich, dass jede Regenwolke schnell das Weite sucht.

Nummer 3 auf dem Album ist der Song Lies. Bereits nach dem ersten Mal anhören wusste ich, das ist mein favourite Track auf der CD. Von vorne bis hinten einfach nur catchy und eingängig. Genügend Potential um jede Indie Disko ordentlich zum Eskalieren zu bringen aber trotzdem Massentauglich. Der Feldversuch wurde bereits  letztes Wochenende auf einem kleinen Dorffest unternommen. CD geschnappt, Lied gewünscht und die Tanzfläche war voll mit Disco Fox tanzenden Damen und Herren sowie Jungs und Mädels. ACHTUNG MEGAHIT GEFAHR!

Einen solchen Einstieg in ein Album hab ich echt selten gehört. Drei Songs auf extrem hohem Niveau, kurzweilig aber dennoch fesselnd und absolut Partytauglich. Da schließt der nächste Track, The Greeks, auch nahtlos an. The Greeks ist die zweite Single der Band und bringt eine etwas andere Instrumentierung mit sich. Die Gitarre (auf Griechisch getrimmt) wird von allerhand Synthesizer begleitet  und baut ein leicht mediterranes Flair auf. In mir werden beim Hören immer wieder Erinnerungen an die guten Zeiten von Digitalism geweckt… vielleicht geht’s euch ja da genauso?!

Fast unbemerkt vollzieht sich der Übergang zu What??? Wieder ein solider Popsong aber ohne große Schnörkel und leider auch mit weniger Wiedererkennungswert. Aber immerhin eine nette Parole in der Hook, die jeder spätestens beim Zweiten Mal mitgrölen kann. Die „Temptaion to be good“ steckt ja schließlich in jedem von uns.

Zum nächsten Song gibt’s wieder eine kleine Anekdote. Erstmals hörte ich das Album, als ich im Auto unterwegs war. Meine Oma saß auf der Rückbank und musste diese ganze „neumodische Musik“ über sich ergehen lassen. Aber ich war überrascht, dass sie gar nicht meckerte. Im Gegenteil! Als die ersten Takte von Clouds aus den Boxen schallten, sagte sie nur: „Das is bis jetzt es scheenste Lied. Da kann man wenigstens tanzen!“. Und so ist es in der Tat. Mit einem Beat, wie direkt aus Silbereisens Rentner Show, grooved Clouds über die Tanzflächen diese Welt. Die Vocals nehmen einen mit in die wolkigen Höhen des Himmels und lassen einen alle Sorgen vergessen.

Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich beim Hören des Albums selten über Titel 6 hinaus komme. Das liegt daran, weil diese 6 Songs einfach so gut sind, dass man sie immer wieder hören muss! Aber ihr wollt natürlich alles wissen, also geht’s weiter mit Titel 7. Der heißt I’ll take my Chances und hat die ersten Indie typischen Gitarren im Gepäck. Der Song ist im Ganzen auch das, was man am ehesten von einer Indie Elektro  Band erwartet. Nämlich kurzweilige Gitarrenmusik untermalt mir etwas Synthi Gedudel. Genau dieser Stereotyp wird auch bedient. Wieder auf hohem Niveau. Da gibt es nichts zu meckern!

Auch bei Oranges gibt’s nichts zu Meckern. Man merkt, dass in der zweiten Hälfte des Albums die Gitarre vermehrt zum Einsatz kommt. Das tut gut, denn so nutzt sich die permanente Synthesizer Beschallung nicht so schnell ab. Oranges kommt dann überraschend mit einem wunderschönen Refrain untermalt von einer Gitarre. Beschreiben fällt mir da sehr schwer, also hört am besten selbst.

Der nächste Track trägt den Titel unserer wunderschönen Hauptstadt Berlin. Erstmals werden etwas ruhigere Töne angeschnitten. Eine nette Abwechslung zu dem ganzen Krach, der bisher veranstaltet wurde. Und wieder wird man in eine andere Welt mitgenommen, wenn mit der Zeile „I let myself go“ und sphärisch schwebenden Synthi Lead Sounds zum kollektiven Schweben angeregt wird.

Dann vollzieht sich ein äußerst kontrastreicher Sprung zum nächsten Hit. Think We’re Alone hat einen Gitarrenloop an Bord, der nur einen Zweck hat. Nämlich gute Laune und Tanzbarkeit. Viel vermag ich auch hier nicht zu sagen. Außer – super gemacht!

Die letzten zwei Titel des Albums, Zombies und Seasick Mutiny fasse ich jetzt mal als nette Dreingabe zusammen. Sie fügen sich irgendwie nur schwer in das Gesamtbild des Albums ein und können auch musikalisch nicht so recht mithalten. Seasick Mutiny ist gleichzeitig das einzige rein instrumentale Stück der Platte. Insofern eigentlich kein schlechtes Ende für eine überaus gelungene Platte. Tropisch geht es in jedem Fall zu. Wer da keine gute Laune bekommt, dem ist wohl nicht mehr zu helfen. Genügend potentielle Lieblingslieder sind auf jeden Fall dabei. Da kann sich jeder sein ganz persönliches aussuchen.

Wir freuen uns schön tierisch, wenn Is Tropical beim Melt! Festival in zwei Wochen in Ferropolis zu Gast sind. Dann werden wir mit Sicherheit irgendwo ganz vorne stehen, schwitzend im Sonnenschein durch die Gegend hüpfen und Hooklines grölen!

Bis dahin,

schönen Sommer!

8/10 Punkte

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FM Belfast – Don’t Want To Sleep

Seit nunmehr zwei Wochen sind unsere lieblings Elektro-Popper aus Reykjavik wieder da und haben ihr neues Album Don’t Want To Sleep im Gepäck. Die Erwartungen nach dem überaus gelungenen Debüt von 2008 waren überaus groß. Deshalb habe ich mir auch etwas länger Zeit genommen, um ausreichend lang in dieses Werk reinhören zu können.
Nochmal zur Erinnerung für alle Neueinsteiger: FM Belfast sind vier Freunde, deren Namen den Umfang der deutschen PC Tastatur sprengen, die sich 2005 eher aus Spaß zum Musik machen fanden. Unerwartet bekamen sie enorm gutes Feedback für ihre Werke und beschlossen, weiter zusammen Musik zu machen. Heraus kommt dabei allerlei tanzbarer Elektropop mit eingängigen Casio-Keyboard-Melodien und Mitsing-Hooklines. Klassiker wie Par Avion und Underwear dürfen heute in keiner Indie Disco mehr fehlen.

Nun widmen wir uns aber endlich dem neuen Album.
Eröffnet wird es mit einem Klaviersolo im Song Stripes. Kurz darauf setzen die typischen Synthesizer und Vocals der Band ein. Der Einstieg ist geschafft. Mit Bravour wird zum Start in ein großartiges Dancefloor Album angesetzt.
Mit Klavier an Bord geht es sofort weiter. Amarican ist ein Song, der unmissverständlich den FM Belfast Stil durchzieht. Zugleich gibt’s den ersten Refrain zum Mitsingen auf Hörers Ohr.

Gefolgt wird dieser Ohrwurm von Believe. Eine Melodie, wie aus einem 80er Jahre Computerspiel Klassiker, leitet einen der besten Songs des Albums ein. Hier stimmt einfach alles, von Melodie über Gesang bis zum Dancefloor Faktor. So sollte eigentlich jedes Album beginnen!
Danach werden etwas ruhigere Töne angeschlagen. Auch in Mondays zieht sich die Klavierbegleitung durch den gesamten Song. Aber auch die Synthesizer kommen nicht zu kurz und schaffen ein breites Klanggerüst, welches vom Bass bis zu flächigen Leadsounds reicht.
We Fall macht dann wieder Schluss mit der vorläufig eingekehrten Ruhe. Dieses Mal sind sogar Trompeten mit an Deck und untermalen die brachiale Synthi Bassline. Natürlich ist auch wieder Mitsingen angesagt. Der nächste große Tanzflur Börner lässt sich nicht lumpen.

Übergeleitet wird ohne große Umwege in die erste E-Gitarre auf dem Album. Noise macht seinem Namen alle Ehre und grooved mit seinem fast schon psychedelischen Vocals gemütlich aus den Boxen. Neben Disco Eskalation ist also auch einiges an Abwechslung geboten. Noch ein Pluspunkt auf der Haben Seite!
Nun sind wir wohl an der Stelle, an dem sich erste Hörer schon so verausgabt haben, dass sie langsam müde werden. Und genau deshalb wird der Album Titeltrack I Don’t Want To Go To Sleep Either nach geschoben. Hier schläft garantiert niemand ein, denn überaus tanzbar und catchy wir uns dieses Stück ums Trommelfell gefetzt. Das Konzept geht voll auf. Wer dennoch eingeschlafen ist, der hat in der Euphorie des Tanzes wahrscheinlich versehentlich den Mute Knopf seiner Anlage betätigt…
Zeit zum Verschnaufen bleibt auch im letzten Viertel nicht. Vertigo platzt fast vor krachendem, flächigem Synthesizer Sound, samt Disco Clap, Trompete und einprägsamen Gesang.

In Line ist dann der einzige Song auf dem Album, mit dem ich mich nicht anfreunden kann. Irgendwas fehlt hier, bzw. stört mich. Wenn ich herausgefunden habe was es ist, dann lasse ich es euch gerne wissen! Zum Glück wird er dann von New Year abgelöst. Vielleicht ist euch dieser Song schon bekannt, denn er wurde vorab als gratis Download veröffentlicht. Viel zu sagen gibt’s da nicht. Schlicht und einfach wieder alles richtig gemacht!
Nach 11 Titeln ist der ganze Krawall auch schon wieder vorbei. Happy Winter erinnert mich mit seiner Snare irgendwie an Hits von Scooter. Eins steht fest, FM Belfast müssen sich mit der Textzeile “This Year is making me fear” sicher keine Gedanken machen, denn dieses Jahr wird sicher wieder ein gutes!

Das Album ist überaus gelungen und knüpft genau da an, wo 2008 aufgehört wurde. Die Songs sind durchweg auf sehr hohem Niveau. Leider ist aber kein “Überhit” dabei, wie es in vergangenen Tagen der Fall war. Vielmehr stimmt einfach das Gesamtpaket. Ein Dancefloor Album ohne große Kompromisse. Das Rad wurde zwar nicht neu erfunden, aber das muss ja auch nicht immer sein. Altes Konzept aber trotzdem frische Musik.
Wir freuen uns schon, wenn FM Belfast dieses Jahr noch einige Festival Gigs in Deutschland abliefern. Denn live sind die Jungs und Mädels mit einer riesen Gruppe von bis zu 40 Leuten auf der Bühne unterwegs.

Zum Schluss die drei schönsten Worte der Welt: Daumen hoch. Kaufen!

8/10 Punkte

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