The XX – Coexist

The XX – Coexist

Schon im Jahre 2009 hat sich eine Erkenntnis unmissverständlich in meinem Kopf verankert: Entweder man liebt The XX oder man findet sie scheiße! Viele Diskussionen habe ich seither mit diversen Leuten über die Musik der drei jungen Londoner geführt. Oft wurden sie als langweilige Schnarchnasen abgetan. Aber das konnte mein Bild in keinster Weise trüben.

Das nach dem Bandnamen betitelte Debüt gehört seit seinem Release zu den am meisten gespielten Platten aus meinem Regal. Ich hab es auf CD und auf Vinyl. Letztere Variante hat einen besonders prominenten Platz bekommen, sodass es auf keinen Fall übersehen werden kann, wenn man den Raum betritt. Klar steht es außer Frage, dass meine Erwartungen an Coexist enorm waren. Nichts anderes als DAS Album des Jahres 2012 soll es werden. Ob dem nun auch wirklich so ist, kann eine einzelne Meinung aber kaum klären.

Mehr

So war das Southside Festival 2012 – Samstag

So war das Southside Festival 2012 – Samstag

Samstag

Leider war an Schlaf nicht wirklich zu denken. Scheinbar waren nicht alle so müde wie ich und so beschlossen einige Kollegen, ihre Party direkt vor meinen Zelteingang zu verlegen und den Ghettoblaster extra in meine Richtung schallen zu lassen. Vom Safety Dance über Hauptschule bis Alexander Marcus war alles dabei was Rang und Namen hat. Mit Tempotaschentüchern in den Ohren quälte ich mich durch den Morgen. Erst die erfrischende Dusche hauchte mir neues Leben ein. Natürlich war auch das erste Dosenbier schnell geöffnet und der Nachmittag kam mit großen Schritten näher. Die Sonne brannte erneut erbarmungslos vom Himmel auf uns herab.

Gleich zum Auftakt gab es einen Haufen gute Laune und Herumgehüpfe bei Bombay Bicycle Club vor der Green Stage. Wir waren natürlich ganz vorne mit dabei und verbrannten uns gehörig Stirn und Nase. Da half nicht einmal mehr das gute Calippo Cola Eis.

Von der Sonne ordentlich gebraten, verzog ich mich ins nächste Zelt zu We Invented Paris. Irgendwie kann ich mich an deren Konzert fast nicht mehr erinnern, bin mir aber sicher dort gewesen zu sein. Also scheint es nicht wirklich wichtig und gut gewesen zu sein. Sicher ist, dass ich danach schon eine Pause am Zeltplatz brauchte um mich für Kraftklub vorzubereiten. Die spielten ebenfalls im Zelt, was meiner Meinung nach eine vollkommene Fehlplanung war. Denn das Zelt war ruck zuck wegen Überfüllung gesperrt und ebenso viele Menschen wie drinnen standen, warteten auch draußen und sahen sich das Konzert auf der Leinwand an. Wir haben es rein geschafft, wenn auch nicht sonderlich weit vor. Die Temperaturen waren schlicht und ergreifend mörderisch. Der Schweiß tropfte, das Publikum gab alles. Hinten war der Sound zwar ziemlich dürftig aber das tat der Stimmung keinen Abbruch. Schon irgendwie ein befremdliches Gefühl, wenn tausende von Menschen aus voller Kehle singen, dass sie aus Karl Marx Stadt kommen. Dabei wissen die meisten doch sicher nicht einmal wo das liegt. Aber egal, heute sind wir alle Eins und feiern zusammen, grölen Parolen, betrauern die große Liebe und verteufeln die Hauptstadt. Spaß hat’s auf jeden Fall gemacht. Für Klaustrophobiker war das aber absolut nichts.

Ein dickes Fell braucht man auch für K.I.Z. Die hab ich bereits mehrmals auf Solokonzerten besucht, aber noch nie auf einem Festival. Doch dieses Mal lag die Playtime günstig und so kam ich eigentlich gar nicht drum herum. Wirklich viel fällt mir dazu auch gar nicht ein. Die Show ist seit vielen Monaten die gleiche. Hurensohn wird zur deutschen Nationalhymne, alle Menschen sind Spasten und das Haus in Neuruppin jagt immer noch Angst und Schrecken ein. Kleines Sahnehäubchen war der Gastauftritt von Bela B im Song Hölle.

Nach kurzem Verschnaufen ging es weiter zu The Shins. Auf die freute ich mich auch schon sehr. Sie sind ja nicht umsonst everybodys Lieblingsband und trotzdem maßlos unterschätzt. Gleich zu Beginn gaben sie auch gleich Caring is Creepy und Simple Song zum Besten. Danach verlief die Spannungskurve etwas zu stagnierend. Darum beschloss ich gegen meinen ursprünglichen Plan The XX doch von Beginn an zu sehen. Und diese Entscheidung war auf jeden Fall goldrichtig! Gänsehautstimmung von Anfang bis Ende. Noch dazu einige neue Songs vom kommenden Album, ein Jill Scott Heron Cover und die unvergesslichen Stimmen von Romy und Oliver. Die ölten zwischen den Songs ihre Kehle ganz stilecht mit einem Glas Rotwein, während Jamie XX den Subbass durchs Publikum pflügen ließ. Dafür gibt’s auch ein ausdrückliches Lob an die PA Verantwortlichen. Besser hätte es nicht klingen können. Nur etwas dunkler wäre gut gewesen, denn The XX büßen schon einiges an Atmosphäre ein, wenn die Sonne noch am Himmel steht. Aber das war jetzt Kritik auf extrem hohem Niveau.

Wer an der nächsten Band Kritik übt, der gehört eigentlich gleich mit einem Betonklotz am Fuß im nächsten Fluss versenkt. Wir verharrten auf unseren guten Plätzen und warteten auf The Cure. Die sollten eigentlich das Highlight des Wochenendes werden. Ganz haben sie das nicht geschafft, weil der Freitag so überragend gut war. Aber den Tagessieg konnten sie trotzdem einfahren. Scheinbar sahen das aber nicht alle Zuschauer so, denn einige verließen gelangweilt die Bühne oder setzten sich auf den Boden. Ich war von Anfang an voll dabei und genoss jeden Song, auch wenn die zwei bekanntesten, Friday I’m In Love und Boys Don’t Cry nicht dabei waren. Aber The Cure haben ja genug andere Hits, die diesen Umstand leicht vergessen machen. Ich hatte auch wieder einen meiner Magic Moments. Ich glaube es war beim Song The Caterpillar. Absoluter Rekord: schon das dritte Mal an einem Wochenende!

Aber das sollte nicht der letzte außergewöhnliche Moment dieses Abends werden, denn die nächsten Urgesteine der elektronischen Musik und Helden meiner andauernden Jugend waren als Nächstes an der Reihe. Die Rede ist natürlich von New Order. Mit grauem Haupt und ordentlich Spielfreude, jagten sie fast vergessene Synthi Töne aus den Boxen. Den Leuten gefiel es, denn die tanzten was das Zeug hielt. Der Platz dazu war auch vorhanden, was mich etwas wunderte. Und dann war er auch schon da, der eben angekündigte Moment, in dem sich ein Lebenstraum erfüllte. New Order spielen Love Will Tear Us Apart von Joy Division. Im völligen Glückstaumel zogen die nächsten Minuten wie in Trance an mir vorbei. Ein Wunder, dass ich sogar noch ein kleines Video gemacht habe.

So ging er dann auch schon fast vorbei, der zweite Tag auf dem Southside Festival 2012. Nicht zu erwähnen brauche ich wahrscheinlich, dass am Zeltplatz noch ordentlich zu trashiger Musik gefeiert wurde bis die Sonne schon wieder aufging.

Mehr

Review: Esben and the Witch & Mio Myo

Gestern Abend habe ich mich auf den Weg ins K4 gemacht, um Esben and the Witch zu sehen.
Um Haaresbreite hätte ich total verpasst, dass diese junge Band von der Insel überhaupt in Nürnberg zu Gast ist. Aber Gott sei Dank bin ich dann doch noch darauf gestoßen.
Esben and the Witch wurden ja dieses Jahr schon heftig gehyped, ja sogar als “die nächsten The XX” bezeichnet. Ich selbst war bisher ganz gut um diese Euphorie herum gekommen. Mehr als zwei Mal hatte ich das Album bisher nicht gehört. Lediglich der Marching Song hatte es mir samt seines Videos etwas angetan. Aber wie das ja so oft ist, wollte ich die volle Live Dröhnung. Manche Bands muss man einfach hautnah erlebt haben, um ihren Scharm zu entdecken. Gesagt, getan! Sonntagabend aufgerafft und voller Erwartungen den Club betreten. Erster Eindruck vom Publikum: ganz anders als erwartet. Die typische Indie Fraktion. Ich hatte irgendwie viel mehr düstere Gestalten erwartet…
Vor Ort habe ich dann auch erst erfahren, dass eine Vorband auftreten wird. Mio Myo sind scheinbar relativ kurzfristig als Supportact eingesprungen. Ich kannte die Band vorher überhaupt nicht, wusste also nicht was mich erwartet. Um ehrlich zu sein waren sie mir schon fast egal. Ich wollte ja schließlich Esben and the Witch sehen.

Pünktlich um 21 Uhr erklang dann auch die erste Gitarre begleitet von Synthi Melodien, Bass und Schlagzeug. Vom ersten Takt an zuckte es in meinen Füßen. Das war schon mal ein gutes Zeichen! Mio Myo machen Ghost Rock und wie sich nach anschließender Recherche herausstellt, haben die Jungs auch schon einige große Bands wie MGMT, The Whitest Boy Alive und !!! (Chk, Chk, Chk) unterstützt. Der Frontmann strahlte sympathische Indie-Verpeiltheit aus und hatte immer einen netten Spruch auf Lager. Das Publikum wurde von Anfang an einbezogen. Die Jungs hatten Spaß am Spielen und das merkte man auch. Ich war sofort hin und weg. Catchy Melodien, mitreißende Vocals und clever eingesetzte Effekte sowie Drummachines rundeten das Gesamtpaket ab. 45 Minuten vergingen da wie im Flug. Von Titel zu Titel hatte man das Gefühl, einen neuen Lieblingssong zu hören, den man spontan ins Herz geschlossen hat.
Nach dem Gig bin ich dann sofort zum Merch Stand gespurtet und hab mir das aktuelle Album HYPER ROMANTIC SYMBOLISM gekauft. Eins stand fest: Jetzt wird es schwer die Stimmung zu halten und an dieses Erlebnis anzuknüpfen.

Nach einer knapp viertelstündigen Umbaupause standen Esben and the Witch dann auch schon in den Startlöchern. Ihr Setup ist wohl eher als außergewöhnlich zu beschreiben. Eine Drummachine für die spärlich gesäten Beats. Ein bisschen Schlagwerk für perkussive Einlagen. Allerlei Gitarren (keine Akustik) und ein Kaoss Pad. Alles wird dabei von der Stimme der Sängerin Rachel Davies zusammen gehalten. Für alle, die die Band nicht kennen: Esben and the Witch machen “Nightmare Pop“. Das klingt erstmal komisch. Aber was die englische Presse an Vokabular erfindet, war ja schon immer diskussionswürdig…

Alle Lichter gingen aus, die ersten Töne erklangen. Schnell wurde aber klar: Hier passt was nicht… Probleme mit der Gitarre bzw. den Effekten kosteten fast 10 Minuten Zeit, in denen notgedrungen improvisiert werden musste. Fragmenthaft war schon der Marching Song zu erkennen. Nach allerlei Gebastel und nervösem Auf und Ab auf der Bühne, spuckte die zweite Gitarre dann doch einen Teppich aus bis zur Unkenntlichkeit verzerrten Tönen aus. Jetzt aber wirklich, der Marching Song, wohl bekanntester Titel der Band gleich am Anfang.
Leider war das dann auch schon fast das Highlight der Show… Eingefleischte Fans werden mich wohl beschimpfen. Aber ich fand alles etwas “unprofessionell”. Großes Problem der Band: Die Songs des Albums und deren Arrangements live umsetzen. Irgendwie schien hier nichts so recht zu passen. Dauernd stieg einer der Gitarristen aus, musste sich hinknien und an seinen Effekten basteln. Dann ständig dieses “klick” wenn die Gitarre gewechselt wurde. Das nervte schon etwas. Allein der Gesang hielt zeitweise die ganze Performance zusammen. In diesem Punkt gibt es aber sonst nicht viel zu meckern. Singen kann die gute Frau wirklich. Auch wenn eine gehörige Portion Echo wohl fast jeden nach Nachtigall klingen lässt.

Nun aber mal zur Inszenierung. Denn da wird vieles wieder wettgemacht, was der Sound etwas zerstört hatte. Wenn sich die 3 Bandmitglieder um die Drums versammeln, um gemeinsam darauf einzuschlagen, dann hatte das schon etwas Mystisches. Da kam wirklich Hexenatmosphäre auf. Rachel schmiss sich die Haare ins Gesicht und Tanzte wie vom Teufel höchst persönlich besessen. In solchen Momenten konnte die Band überzeugen und voll ihre mystische, kalte Stimmung entfalten. Rein musikalisch verkam das Gitarrenspiel Großteils in einen riesigen Haufen Effektmatsch. Andererseits gab es auch einige Glanzpunkte, bei denen das Zuhören durchaus Spaß gemacht hat. Gelinde gesagt, könnte man von einer “durchwachsenen” Performance sprechen.

Fazit des Abends: Esben and the Witch können ihrem Hype bei Weitem nicht gerecht werden und sollten an ihrem Live Konzept arbeiten. Inszenierung – Hui, Sound – Pfui.
Mio Myo haben die Messlatte einfach ein Stückchen zu hoch gelegt. Super Musik von sympathischen Jungs. Der neue Favorit im CD Regal!

Mehr

Videos vom Melt! 2010

Da sind sie endlich. Alle selbst aufgenommenen Videos stehen im YouTube Kanal zu Verfügung. Soundqualität lässt teilweise, aufgrund der hohen Lautstärke, zu wünschen übrig. Aber selbst mittelmäßig gute Videos sagen mehr als Bilder und erst recht als Worte^^
Also viel Spaß beim Anschaun!

The XX – VCR @ Melt! 2010

Pantha du Prince – Stick to my Side @ Melt! 2010

Foals – Spanish Sahara @ Melt! 2010

Black Rose @ Melt! 2010 Part 2

Hemmann & Kaden @ Melt! 2010

Sleepless Floor @ Melt! 2010

Two Door Cinema Club – What you know @ Melt! 2010

Two Door Cinema Club – I cant talk @ Melt! 2010

The XX – Intro & Crystalised @ Melt! 2010

The XX Heart – Skipped a Beat @ Melt! 2010

The Cheapers @ Sleepless Floor Melt! 2010

Sleepless Floor @ Melt! 2010

Slagmalsklubben @ Melt! 2010 Part 1

Slagmalsklubben @ Melt! 2010 Part 2

Oliver Koletzki @ Melt! 2010

Miike Snow @ Melt! 2010

Luna City Express @ Sleepless Floor Melt! 2010

Hemmann & Kaden – Left @ Melt! 2010

Hemmann & Kaden – Inessa @ Melt! 2010

Frittenbude – Steven Seagull Remix @ Pferdemarkt Melt! 2010

Frittenbude – Pandabär @ Pferdemarkt Melt! 2010

Frittenbude – Mindestens in 1000 Jahren @ Pferdemarkt Melt! 2010

Foals – Alabaster @ Melt! 2010

Black Rose @ Melt! 2010 Part 1

An Horse – Horizons @ Melt! 2010

Mehr